Tombstones – Red Skies And Dead Eyes

| 1. Oktober 2013 | 0 Comments

Tombstones

Vor 18 Monaten kehrten Tombstones aus Norwegen ihren Stoner-Wurzeln den Rücken, um sich hässlichem, möglichst kargen Doom zuzuwenden. „Year Of The Burial“ war ein an Unwirtlichkeit kaum zu überbietendes, dröhnendes Bündel Sonnenfinsternis, auf dem sie den Tod ihres Gitarristen aus Gründerzeiten verarbeitete. In diesen musikalischen Gefilden ist man halbwegs hängen geblieben, von Stillstand will aber keiner reden. „Red Skies And Dead Eyes“ klingt eine Spur rockiger und wagt einen kleinen Schritt zurück, um vorwärts zu kommen.

Gemeinsam mit den Produzenten der letzten beiden Album – Doom auf der einen, Stoner auf der anderen Seite der Knöpfchendreher – bemühte man sich den Instrumenten mehr Platz zu genehmigen, was durchaus gelungen ist. „Black Moon“ knüpft nahtlos an „Year Of The Burial“ an. Schwerfälligkeit und Hoffnungslosigkeit treffen auf doomiges Kargland mit einem gewissen Funkeln. Tombstones klingen mit einem Mal wieder eine Spur verspielter, beinahe rifforientiert. Zunächst erkennt man das an kleinen Spielereien während den ersten beiden Minuten, die an die Stoner-Vergangenheit erinnern. Plötzlich schlägt die Stimmung um, der Himmel verfinstert sich und so etwas wie trostloser Sludge – in Musik und Gesang – befeuert die klassische Doom-Spielwiese. Die Norweger klingen nun einen Tacken amerikanischer, man nickt mit dem für Band-Verhältnisse hohen Tempo sogar mit.

Bei diesem semi-rockigen Lichtstrahl bleibt es keineswegs. Im zehn Minuten langen „Obstfelder“, dezenter Sabbath-Twist hin oder her, nehmen Lärm und Distortion wieder merklich zu, man pflügt die Felder mit markigem Slow-Food und einem Tacken Dreck gekonnt um. Zwar kommen gewisse Sludge-Einflüsse immer wieder zum Vorschein – gerade im angepissten „The Other Eye“ – doch letztendlich ergeben sich Tombstones einmal mehr dem weiten Nichts der Existenz. „Demon Cave“ ist das letzte Zucken, eine orthodoxe Antwort auf das Treiben von Sunn O))) und Amenra, bloß einen Schritt vom Hades entfernt.

Freilich bleibt die ‚Überraschung‘, wenn man denn so will, dieses Mal aus. Wo „Year Of The Burial“ mit seinem Abdriften in die Abgründe der menschlichen Seele und dem konsequenten Verfolgen der Selbstaufgabe als Antwort auf die Stoner-Vergangenheit der Norweger überwältigend ausfiel, ist man diese Herangehensweise nun vertraut. Ob die dezent eingesetzten Sludge-Elemente dieses Klangbild nun verwässern oder nicht, ist freilich Geschmackssache. „Red Skies And Dead Eyes“ wirkt gefangen zwischen zwei Welten und verbreitet nicht ganz die Magie seines direkten Vorgängers. Man beschwert sich freilich auf hohem Niveau, denn eine ähnlich trostlose Platte wird man dieses Jahr kaum finden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.10.2013
Erhätlich über: Soulseller Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/tombstonesoslo

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Category: Magazin, Reviews

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