Tons – Filthy Flowers Of Doom

| 12. April 2018 | 0 Comments
Tons

(c) Heavy Psych Sounds Records

Wie bleiern schwer kann Doom Metal eigentlich sein? Tons beantworten diese Frage. Der Name ist bei den Italienern zudem Programm. 2009 in Turin aus Ruinen diverser lokaler Hardcore-Größen hervorgegangen, wollte man die Ursuppe alter Betätigungsfelder in diese neue Umgebung einbringen. Mächtiger Sludge und dezent psychedelische Elemente verfremden ein vertrautes Genre bis zur Unkenntlichkeit. „Filthy Flowers Of Doom“ ist ihr bereits zweites Album.

38 kurzweilige Minuten brillieren mit puristischem Psychoterror, von endlosen Sprach-Samples begleitet. Sie ziehen beispielsweise das Intro des Auftakts „Abbath’s Psychedelic Breakfast“ entschieden in die Länge. Kaum scheint dieser Sample-Terror zu übermannen, legt der Song an sich los. Infernale Vocals, die wohl besser in Blackened-Hardcore-Gefilden aufgehoben wären, fahren durch Mark und Bein, begleitet von tiefen Gitarren und Full-Speed-Drone. Das unnachgiebige musikalische Gewitter geht im besten Sinn an die Substanz. In diesem verstörend langsamen Dauerfeuer liegt Methode.

Mit „Girl Scout Cookie Monster“ packen Tons nicht nur einen der schrägsten Songtitel des Jahres aus, sondern zudem ein echtes Powerhouse. Zäh sind diese knapp neun Minuten geworden, von Gummitwist und übermannender Schwere getragen. Wer sich hier aufrecht auf den Beinen halten kann, hat schon gewonnen, die wütenden Riffwände samt abgefucktem Gitarrensolo tragen ihr Übriges bei. Dass es auch einen Hauch schneller und kompakter geht, beweist „99 Weed Ballons“. Noch extremere Vocals, stärker denn je auf Black Metal getrimmt, peitschen durch das Gebälk und vermischen sich überaus bekömmlich mit der Doom-Sludge-Ursuppe.

Die überaus wuchtige, kompromisslose Präsentation dieses Zweitlings erweist sich schnell als musikalisches Sahnehäubchen. „Filthy Flowers Of Doom“ lebt von ausgeprägter Hässlichkeit und beängstigend selbstbewusst vertonter Selbstaufgabe, die weit über die Grenzen von Doom und Sludge hinausgeht. Auf ihrem neuen Album punkten Tons von der ersten bis zur letzten Sekunde und wollen doch nur gehört werden, wenn man denn das nötige Stehvermögen mitbringt. An schlechten Tagen kann diese Platte das Seelenleben zerstören.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.04.2018
Erhältlich über: Heavy Psych Sounds Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/TONSBAND

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Category: Magazin, Reviews

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