John Frum – A Stirring In The Noos

| 10. Mai 2017 | 0 Comments
John Frum

(c) Relapse Records

Seit sechs Jahren arbeiten aktuelle und ehemaliger Mitglieder ikonischer Extrem-Querdenker wie The Faceless, John Zorn und The Dillinger Escape Plan an einem gemeinsamen Sound, der sich auf den technisch-progressiven Aspekt von Death Metal stürzt. Nun sind John Frum endlich fertig und präsentieren eine Platte, die man förmlich herbeigesehnt hat, ohne es zu wissen. In „A Stirring In The Noos“ stecken Elemente der erwähnten anderen Projekte drinnen, und doch noch so viel mehr.

Vertrackte Blendgranaten und zähe Finsternis geben sich 43 Minuten lang die sprichwörtliche Klinke in die Hand. „Memory Palace“ zählt eher zur zweiten Kategorie und führt mit über neun Minuten Spielzeit schon mal an die Grenzen des Machbaren. Zäher, behäbiger Aufbau, musikalisches Kargland und Derek Rydquists wütende Growls und Screams treiben den Song im Zeitlupentempo vor sich her. Wenn schließlich, aus dem Nirgendwo, ein entstelltes Gitarrensolo einsetzt und den Track über den Abgrund gen Chaos stürzt, ist es um einen geschehen – was für ein wahnwitziger Höllenritt.

Es geht natürlich auch anders: Das eröffnende „Presage Of Emptiness“ nimmt zwar ebenfalls keine Gefangenen, sprintet jedoch von Anfang an weg. Nicht nur hier fällt das herrlich proggige, komplexe Drumming mit dezenter Meshuggah-Schlagseite auf – Eli Litwin ist ein Magier am Kit. Mit dem zweiten Endlos-Monster „Assumption Of Form“ ziehen John Frum nochmals andere Seiten auf, lassen zähe Finsternis auf brutale Explosivität und proggigen Feinsinn treffen. Wer diesen schwerfälligen wie spektakulären Wahnsinn übersteht, entspannt mit der spacig-abwrackten Noise-Death-Vision „Through Sand And Spirit“.

John Frum sind Grenzgänger der anderen Art, die hörbar wenig von gängigen Death-Metal-Schemata halten, konstant in die verschiedensten Himmelsrichtungen ausschlagen und ihre Songs durch komplexe Core- und Prog-Filter jagen. Gewöhnungsbedürfitg? Absolut, denn „A Stirring In The Noos“ ist und bleibt von der ersten bis zur letzten Sekunde unberechenbar. In diesem pointierten Wahnsinn liegt der Charme eines der kuriosesten und im positiven Sinn ungemütlichsten Debüts des Jahres.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 12.05.2017
Erhältlich über: Relapse Records (Rough Trade)

Website: www.johnfrumband.com
Facebook: www.facebook.com/JOHNFRUMBAND

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Category: Magazin, Reviews

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