Boris The Blade – Warpath

| 23. Januar 2017 | 0 Comments
Boris The Blade

(c) Callum Broom

Wer als Australiens brutalste Band gilt, muss ordentlich Wumms mitbringen. Brachialgewalt ist bei Boris The Blade quasi inklusive, die feine Klinge bleibt hingegen aus. Nach einem Gangster benannt, trat das Deathcore-Quintett zuletzt mit dem Debütalbum „The Human Hive“ und der EP „Tides Of Damnation“ in Erscheinung. Nach der gemeinsamen Tour mit Suicide Silence ging es direkt ins Studio. „Warpath“ zeugt nun von hörbar gewachsenen Musikern.

Von neuen Ufern ist zumindest anfangs relativ wenig zu hören. Das titelgebende „Warpath“ reitet auf der eierlegenden Wollmilchsau gen Apokalypse. Getragen von atemberaubender Geschwindigkeit, technischer Finesse und nicht zu verleugenender Core-Energie, reißen Boris The Blade alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Ein „Nihilist“ zeigt, dass es auch anders geht. Der zerrissene Aufbau mit elektronischen Untertönen, einem Hauch von Groove und Nu-Metal-Psychoterror zäumt das Pferd von hinten auf, hört sich aber ein wenig zäh.

Natürlich darf die etatmäßige Armada an Gästen nicht fehlen. Tim Goergen (Within The Ruins) beißt sich durch das etwas generische „Elixir“, CJ McMahon (Thy Art Is Murder) pusht das mächtige „Misery“ nach vorne und Carnifex-Frontmann Scott Ian Lewis peitscht das herrlich vertrackte, technisch anspruchsvolle „Omens“ durch flirrende Höllenritte und massive Breakdowns. In „Solace“ riecht es sogar stellenweise nach der alten Death-Metal-Schule. Ein Hauch von Verwesung schleicht sich ein und verpasst dem Rausschmeißer herrlich tiefschwarze Energie.

„Warpath“ kann sich zwischenzeitlich schon ein wenig ziehen, gerade im x-ten Breakdown oder generischen Deathcore-Riff, doch das gehört bei diesem Genre nun mal dazu. Dennoch wecken Boris The Blade durchaus ansprechende Zukunftshoffnungen, breiten sich gen Tech Death sowie klassischere Ausprägungen des Genres aus. Noch stecken derlei Bemühungen in den Kinderschuhen, die Ansätze machen aber ordentlich Laune und sorgen für willkommene Abwechslung im weitestgehend guten bis sehr guten Core-Dickicht.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 27.01.2017 (DL; CD ab 07.04.2017)
Erhältlich über: Siege Music (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/boristhebladeband

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Category: Magazin, Reviews

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