Khemmis – Hunted

| 20. Oktober 2016 | 0 Comments
Khemmis

(c) Travis Heacock

Die nächste Generation Doom-Hoffnungsträger befindet sich aktuell im Landeanflug. Khemmis aus Denver vermischen alte und neue Schule, betten klassische Riffs der Urväter Iron Maiden ebenso ein wie die süffige Brachialgewalt von High On Fire. Ihr im July 2015 erschienenes Debütalbum „Absolution“ sorgte bereits für ein kleines Rauschen im Blätterwelt, mit „Hunted“ übertreffen sich die US-Aufsteiger nun selbst.

Bereits die ersten warmen, abgehackten Harmonien des Openers „Above The Water“ deuten Klassiker-Potential an und erinnern an die (britischen) Granden der Metalszene, packen aber auch typische Candlemass– und Pentagram-Melodik hinzu. Mit einfachsten Mitteln arbeitet sich das US-Quartett zum ersten von vier Mini-Epen vor. Rasiermesserscharfe Gitarrenarbeit, herrlich brodelnde Rhythmusabteilung und großer, hymnischer Gesang – urtypische Zutaten, die dank kleiner Variationen, maximaler Eingängigkeit und pointierter Leads vom ersten Moment an hängen bleiben.

Gelegentliche Grabesstimmung lockert das Geschehen tatsächlich auf. Die furiosen, gutturalen Growls, wie sie beispielsweise die zweite Hälfte von „Candlelight“ ausstatten, gehen unter die Haut und verleihen einem ohnehin starken Song das gewisse Etwas. Schließlich wird der Titelsong und Rausschmeißer „Hunted“ zur Nagelprobe mit über 13 Minuten Spielzeit. Wer die Spannung über einen solchen Zeitraum konstant halten und sogar intensiveren kann, zählt ohne Zweifel zu den Granden. Und siehe da, nichts leichter als das für die Newcomer. Gefühlvolle Breakdowns, knisternde Spannung, endlose Riffs und gesangliche Predigten unterhalten ohne Unterlass.

Mit einfachen Mitteln und inspiriertem Songwriting setzen sich Khemmis selbst ein kleines Denkmal. „Hunted“ ist ein vorne bis hinten stimmiges, packendes und mitreißendes Doom-Machwerk geworden, das die alte Schule mit Heavy-Einflüssen und modernen, wütenden Sprengseln versieht, dabei aber zu keiner Zeit vom selbstauferlegten Kurs abkommt. Anders gesagt: eine der besten Genre-Platten des Jahres und perfekt für kalte, feuchte, nebelige Herbsttage.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 21.10.2016
Erhältlich über: 20 Buck Spin (Soulfood Music)

Website: khemmisdoom.com
Facebook: www.facebook.com/khemmisdoom

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Category: Magazin, Reviews

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