Deville – Make It Belong To Us

| 11. November 2015 | 0 Comments
Deville

(c) Tom Wall

Ein Streifzug durch Malmö, egal zu welcher Jahreszeit, lässt vieles vermuten, aber sicherlich keinen Stoner und Fuzz Rock. Und doch hat hier, im Süden Schwedens, das Quartett Deville seine Heimat. 2004 gegründet, folgte ein von kleineren Lineup- und mehreren Label-Wechseln gesäumtes Jahrzehnt mit drei Studioalben. Nun passenderweise bei Fuzzorama Records gelandet, ist „Make It Belong To Us“ der nächste logische Schritt, der gleichermaßen düsterer wie eingängiger ausfällt.

Zehn knackige, zumeist auf das Wesentliche konzentrierte Songs sind es geworden, die Deville durch die Boxen jagen. Die Grundstimmung ist für Genre-Verhältnisse etwas finster, aber nicht hoffnungslos. Der eröffnende Quasi-Titeltrack „Make It Belong To Me“ bringt das Geschehen in dreieinhalb Minuten auf den Punkt. Gesanglich erinnert das ein wenig an die Foo Fighters, deren Melodik in seltenen Momenten durchschlägt, während der Drive eher zu den Queens Of The Stone Age oder den Labelmates Truckfighters passt. Selbst ein kurzes, effektives Solo findet Platz, bevor der Refrain mit Eingängigkeit gegen die Melancholie ankämpft.

Dass es noch dringlicher und gefälliger geht – keine Frage. In knapp zweieinhalb Minuten macht „Chief“ alles klar, erhöht die Schlagzahl ungemein und lässt dabei charmante Ohrwurm-Tauglichkeit durchscheinen. „Life In Decay“ ist hingegen eher für Freunde härterer Kost geeignet mit seiner bleiernen Schwere und dem effektbeladenen Solo – eine Art Stoner-Antwort auf das jüngste Therapy?-Album. Mit der leicht verschleppten, psychedelisch angefuzzten Hymne „What Remains“ und dem spannungsgeladenen, aufgeregten „Lever“ zeigen Deville zwei weitere Facetten in aller Kürze.

Knackige 37 Minuten dauert dieses vierte Studioalbum bloß und ist damit etwas kurz geworden, gerade weil „Make It Belong To Us“ eigentlich nicht enden sollte. Auch ohne große Standouts ist den Schweden ein echter Rock-Leckerbissen mit dezenten Grau- und Schwarztönen gelungen, der mit gängigen Stoner-Klischees spielt und selbst für eingängige, zuweilen gar Rock-Radio-freundliche Melodien Platz findet. Deville wissen abermals zu unterhalten mit einer durch und durch sympathischen, grundehrlichen Platte; ihrer bis dato besten.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.11.2015
Erhätlich über: Fuzzorama Records (Cargo Records)

Website: www.deville.nu
Facebook: www.facebook.com/devilleband

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Category: Magazin, Reviews

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