Undertow – In Deepest Silence

| 6. Dezember 2013 | 0 Comments

Undertow

Unwahrscheinliche 20 Jahre ist es mittlerweile her, das aus einer kleinen Probe die Band Undertow entstand. Alters- oder gar Ermüdungserscheinungen sind jedoch nicht zu entdecken, ganz im Gegenteil: Zum Jubiläum hat sich das deutsche Quartett nicht nur personell verstärkt – mit Markus „Brandy“ Brand hat man nun einen zweiten Gitarristen an Bord -, es ist auch ein Nachfolger zum bärenstarken „Don’t Pray To Ashes…“ eingespielt worden. Auf „In Deepest Silence“ zu finden: nicht gänzlich unbekannte Gäste und ein konsequent vertiefter Sound.

„Everember“ ist einer jener Tracks, die Teil der metallischen Frischzellenkur waren. Blastbeats, dezenter Thrash-Einschlag und wuchtige Aggression sorgen für einen knapp vier Minuten langen Hit, für den sich Sänger Joschi Baschin mit Björn Goßes von The Very End duelliert. Auch ein eingängiges, rockiges Powerhouse wie „Canvas Ghost“ wirkt erfrischend, bissig und vermengt den bestens bekannten, doomigen Sludge-Rock-Sound mit Schwermut und rollenden Gitarren. Unmoderner kann moderner Metal kaum klingen.

Natürlich servieren Undertow 2013 genug Vertrautes, um alten Fans nicht vor dem Kopf zu stoßen. „BoxShapedHeart“ bietet Crowbar-Doom in Reinkultur, ausgedehnt auf sechs bewegende Minuten mit klaren, melodischen Gitarren und einem bärbeißigen Chorus – betont heavy, betont gemein. Die beiden abschließenden Tracks „The Strain“ und „Now And Forever“ schließen daran an – schleppend, wütend, verzweifelnd um sich schlagend. Die jeweiligen Breaks gegen Ende passen nicht so ganz dazu, stören letztlich aber auch nicht. Wer jetzt noch Zweifel hat, der lasse sich diese von Pro-Pain-Frontmann Gary Meskil in „These Boots Are Made For Stalking“ wegbrüllen.

Einen Mini-Aufreger gibt es doch noch, wenn man genau sein will. Mit „Inside One“ hat sich zur Album-Mitte tatsächlich eine akustische Ballade eingeschlichen, die zu den Highlights dieser Platte zählt. Was Baschin – gerade in den zweistimmigen Passagen – aus seinen Stimmbändern herausholt, geht unter die Haut. Überhaupt beeindrucken Undertow mit „In Deepest Silence“ ein weiteres Mal. Das Album mag nicht so kompakt und monolithisch-zerstörerisch wie sein Vorgänger wirken, läuft ein wenig langsamer an und punktet letztlich doch, weil die schwermetallischen Qualitäten der deutschen Nachbarn mit jedem Durchlauf mehr und mehr an die Oberfläche kommen. Härter, (ein bisschen) schneller, (ein bisschen) weicher – Undertow gehen einmal mehr im olympischen Metalmotto auf.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.12.2013
Erhätlich über: Supreme Chaos Records (Soulfood Music)

Website: www.undertow.de
Facebook: www.facebook.com/undertowband

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Category: Magazin, Reviews

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