Galaxy Space Man – …But Heaven Is Clear

| 26. September 2013 | 0 Comments

Galaxy Space Man

Bock auf Abenteuer in den unendlichen Weiten des Weltraums? Nicht mit Galaxy Space Man – ihr Name mag zwar auf kosmische Entdeckungsreisen schließen lassen, im Endeffekt ist das seit 2010 bestehende Quartett aus Hamburg allerdings sehr bodenständig. Irgendwo zwischen Post und Progressive Rock wagen die deutschen Nachbarn einen klanglichen Balanceakt, der schon mal an Karnivool, frühe Dredg oder gar Rush erinnert. Der gemeinsame Output eines Metal-affinen Sängers / Gitarristen sowie drei tendentiell im Pop beheimateten Instrumentalisten hört auf den Namen „…But Heaven Is Clear“.

Eingerahmt von zwei ruhigen, instrumentalen Songs, bewegen sich Galaxy Space Man im Hauptteil fünf Mal zwischen fünf und neun Minuten – stattliche Spielzeit, netterweise ohne überflüssige Längen. Mit „Queen Of Gold“ nehmen die Nordlichter fahrt auf, angeführt von Frontmann Mattia Zander, der es versteht, vergleichsweise klassischen Prog-Gesang mit einer Prise Bosheit und Druck zu vermengen. Sobald die Hamburger das Tempo verschärfen und die Gitarren an vorderste Front rücken, wird es spannend. Verspielte Riffs an der Grenze zum Math-Wahnsinn treffen auf filigrane Melodien und hymnische Ausbrüche, über die das eine oder andere atemberaubende Solo gelegt wird. So etwas wird beispielsweise auf dem aktuellen Karnivool-Album schmerzlich vermisst.

Für Abwechslung ist gesorgt, wobei man es dennoch schafft, dass die Songs durch geschickte Übergänge und Einleitungen beinahe nahtlos ineinander übergehen. Highlight der Platte ist unbestritten das neun Minuten lange „Enter The Void“, das verspielten Prog neben einem hymnischen Refrain und einer Prise Incubus parkt. Nahtlos mündet dieses Monster in das knüppelharte Riffgewitter von „Harvest“, das beinahe metallische Züge annimmt und kurz vor Schluss die Nackenwirbel auf das Äußerste strapaziert, bevor erwähnter instrumentaler Abgang sanft gen Abschied geleitet.

Ein bisschen mehr Musik wäre – angesichts der erwähnten Rahmen-Strukturen – sicherlich kein Fehler gewesen, doch auch so weiß „…But Heaven Is Clear“ zu überzeugen. Galaxy Space Man punktem mit einem überaus globalen Sound, den man so aus Mitteleuropa kaum kennt. Feinster Prog, ein wenig Härte, ausladende, nachdenkliche Songstrukturen und vokale Dynamik unterhalten blendend. Man wird zwar den Eindruck nicht los, dass die Hamburger noch nicht alles gesagt hätten, doch dafür wäre – hoffentlich bald – ein entsprechender Nachfolger da.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.09.2013
Erhätlich über: Finaltune Records (Broken Silence)

Website: www.galaxyspaceman.de
Facebook: www.facebook.com/galaxyspaceman

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Category: Magazin, Reviews

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