Iroha – Shepherds & Angels

| 6. Dezember 2012 | 0 Comments

Iroha

Auch wenn der Begriff ‚Shoegaze‘ suggeriert, stets auf die eigenen Schuhe zu glotzen, kann dieser, so passend er musikalisch auch sein mag, nicht mit Iroha und deren Produktivität gleichgesetzt werden. Das Trio aus dem britischen Birmingham um Andy Swan veröffentlichte erst im vergangenen Jahr das Debütalbum „Iroha“ und die EP „End Of An Era“. Luft hat man in der Zwischenzeit offensichtlich keine geholt, denn der Nachfolger „Shepherds & Angels“ setzt bereits zum Landeanflug an und übertrifft die bisherigen Releases ganz locker.

Die Mischung aus Shoegaze, Post Rock und Post Metal passt nicht nur perfekt ins illustre Denovali-Roster, sondern entspricht zu einem gewissen grad auch der besinnlichen bzw. besinnungslosen Zeit des Jahres. Prunkstück sind die warmen, hellen Vocals, perfekt eingebettet in noisige, dichte Gitarrenwände, getragen von einer unscheinbar wirkenden, stoisch agierenden Rhythmusabteilung, die sich als Stütze der bittersüßen Vocal-Riff-Kombination versteht und zweckdienlich agiert. Von Andy Swans elektronischer Vergangenheit ist allerdings wenig geblieben, entsprechende Ansätze schimmern kaum durch. Stattdessen erinnern manche Melodien an Dinosaur Jr. in ihrer verführerischen Hoffnungslosigkeit – siehe und höre „Legacy“, eine unterdrückte Explosion mit kleineren Zäsuren.

Zugegeben, an manchen Stellen zieht sich das Album ein wenig, gerade wenn der dezente Synthi-Einsatz in „Blind Faith“ auf Überlänge gezogen wird. Und doch funktioniert „Shepherds & Angels“ als Gesamtkunstwerk hervorragend, will von vorne bis hinten durchgehört werden. Sobald man sich auf diese ruhige, nachdenkliche, verführerische Grundstimmung eingelassen hat, kommt man kaum davon los. Am ehesten hebt sich das finale „Denial“ ab, eine Kollaboration mit der Hydra Head-Band Pyramids. Entstanden ist ein deutlich dreckigerer, härterer, hoffnungsloser Ansatz, der aus bittersüßem Noise die Apokalypse reifen lassen – ein Killer, ein würdiger Abschluss für diesen Zweitling.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.12.2012
Erhätlich über: Denovali Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/irohaband

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Category: Magazin, Reviews

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