Testament – Dark Roots Of Earth

| 27. August 2012 | 0 Comments

Testament

Nach einigen Jahren Pause melden sich die Bay-Area-Thrasher Testament endlich mit einer neuen Scheibe zurück. Chuck Billy & Co. sind schon seit 25 Jahren eine feste Größe in der Szene, konnten aber kommerziell nie aus den Schatten von den Genre verwandten Metallica oder Megadeth heraustreten. Diesen Schritt könnten sie mit ihrer bereits zehnten Scheibe nun doch schaffen, denn „Dark Roots Of Earth“ verkauft sich wie die warmen Semmeln. Das liegt allerdings wohl auch daran, dass eingefleischte Thrash-Fans, abgesehen von Kreators „Phantom Antichrist“, 2012 noch nicht wirklich viel erstklassiges Futter bekommen haben.

„Rise Up“ hämmert gleich zu Anfang, sozusagen, richtig testamentarisch drauf los. Nach ein paar Sekunden drängt sich unweigerlich der Gedanke auf, dass dieser Song live einfach der absolute Hammer sein muss. Hier sind die Interaktion mit dem Publikum und das Toben der Massen schon vorprogrammiert. Nach kurzem Intermezzo am Anfang haut sich auch „Native Blood“ in äußerst treibender Manier auf die melodische Schiene, um in einem Spitzenrefrain und diversen Sologewittern zu gipfeln.

Abgesehen von wirklich gelungenen und sehr gesellschaftskritischen Texten, haben die folgenden paar Tracks leider nicht viel Neues zu bieten. Ja, es ist gut gemacht und es ist unverkennbar Testament, aber nach einem derart starken Opening des Albums hätte man sich schon deutlich mehr erwartet. Wenn man sich schließlich auch durch die fast achtminütige Durchschnitts-Ballade „Cold Embrace“ gekämpft hat, erwartet einen endlich wieder ein echter Leckerbissen: „Man Kills Mankind“ besticht mit super Sound und grandiosen Lyrics. Das ambitionierte „Throne Of Thorns“ erreicht leider über die ganzen sieben Minuten nicht den angepeilten epischen Charakter – man fragt sich schon, wozu ausgerechnet von diesem Song noch eine Extended Version auf der Deluxe-Edition des Albums ist. Mit dem Thrash-Feuerwerk „Last Stand For Independence“ ist dann eigentlich schon das Ende des Albums erreicht. Weitere Tracks gibt es dann auf der Deluxe-Version: Die Covers von Queen, Scorpions und Iron Maiden sind zwar ganz nett und sorgen für den einen oder anderen Schmunzler, zeugen aber doch auch von einer gewissen Einfallslosigkeit.

„Dark Roots Of Earth“ ist ein handwerklich wirklich gut gemachtes Langeisen, schwächelt an der einen oder anderen Stelle aber schon. Die gelungenen Tracks sind allerdings in der Überzahl und umso beeindruckender. Wie bereits erwähnt, haben Testament teilweise ausgezeichnete Lyrics in die Songs gepackt, aber leider mag die Initialzündung für das ganze Album auch bei mehreren Durchläufen partout nicht stattfinden. Bleibt noch zu erwähnen, dass „Dark Roots Of Earth“ wirklich hervorragend produziert wurde. Der glasklare und perfekt abgemischte Sound schreit geradezu danach, das Volume bis zum Anschlag aufzudrehen.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 27.07.2012
Erhältlich über: Nuclear Blast (Warner Music)

Website: www.testamentlegions.com
Facebook: www.facebook.com/testamentlegions

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Category: Magazin, Reviews

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