Grifter – Grifter

| 3. Oktober 2011 | 0 Comments

Grifter

Manchmal kann es so einfach sein: Wer braucht schon komplexe Arrangement, überdrehte Soli und Noise-Wände, wenn ein klassischer Rock’n’Roll-Song auch reicht? Zugegeben, man muss in der richtigen Stimmung sein, gerne im Auto oder an der Bar sitzen. Hier kommen nun Grifter aus dem Südwesten Englands ins Spiel, die seit ihrer Bandgründung 2003 zwei EPs und ein Demo auf den Markt gebracht haben. Mittlerweile haben sie bei Ripple Music unterschrieben und stellen ihr schlicht „Grifter“ betiteltes Debütalbum vor. Darauf zu finden: Klassischer Hard Rock mit Blueseinschlag und einem gewissen Faible fürs Moderne – Hauptsache heavy.

Das Trio schwitzt und röchelt gleichermaßen mit einer Fülle an starken Riffs und Vocals, die irgendwo zwischen Ozzy Osbourne, Gentlemans Pistols und Grand Magus liegen. „Good Day For Bad News“ und „Strip Club“ gehen ordentlich nach vorne, machen sich perfekt in jedem Biker-Schuppen, während „Preacher And The Devil“ schwülstigen Blues und ein auslandendes Solo auf einen Haufen wirft für einen gekonnt entspannten Moment. In „Asshole Parade“ verschluckt sich die Middle-8 beinahe in punkto Groove, nur um an anderer Stelle das Gaspedal durchzudrücken. „Bucktooth Woman“ hingegen brütet sich durch den Cream-Fundus, spielt mit Motorjesus-Riffs und nähert sich beinahe metallischer Härte.

Nach zehn Songs rundet „Gone Blues“ ab, wobei der Name Programm ist. Rein akustisch werden die finalen dreieinhalb Minuten des Debütalbums bestritten, lassen Whiskey getränkten Reibeisen-Gesang auf entspanntes Gezupfe und einen witzigen Siesta-Refrain treffen – als ob drei Briten unter einem Kaktus in der Wüste jammen, gezeichnet von Durst und Hitze. Damit setzen sich Grifter die Krone auf, denn das Experiment geht vollends auf. Aber auch ist ihr selbstbetiteltes Debütalbum eine runde Sache – Testosteron geladener Rock’n’Roll, schwermütiger Blues und Freeway-Hymnen geben sich die Klinke in die Hand. Authentisch, eingängig, wuchtig – ein potentieller Fix-Bestandteil einer jeden Heavy-Bar.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.10.2011
Erhätlich über: Ripple Music (US-Import)

Facebook: www.facebook.com/grifterrock

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Category: Magazin, Reviews

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