Iron Claw – A Different Game

| 4. Oktober 2011 | 2 Comments

Iron Claw

Klassiker werden – wie man es von gutem Wein zu sagen pflegt – immer besser. Oder anders ausgedrückt: Qualität setzt sich durch, auch wenn es manchmal viel zu lange dauert – siehe aktuell Necromandus, die erst restauriert und ordentlich auf CD gepresst werden mussten. Iron Claw tourten in den 60ern und 70ern quer durch Großbritannien, haben es aber damals nie zu einem anständigen Album geschafft. Vier Jahrzehnte später sind sie bei Ripple gelandet und präsentieren „A Different Game“, natürlich mit Material von back in the day und zahlreichen Blues- und Hardrock-Riffs für Fans von Deep Purple, Cream und Thin Lizzy.

Die ersten Akkorde des Openers „What Love Left“ transportieren einen sofort vier Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit in einen schwitzigen Club. Gordon Browns Vocals röhren kehlig aus den Boxen, haben enorme Präsenz und passen perfekt zum Uptempo-Song, der mit seiner deutlichen Blues-Schlagseite und dem überaus aggressiv wirkenden, deutlich moderner anmutenden Solo von der ersten bis zur letzten Sekunde überaus kraftvoll wirkt. „Saga“ knüpft nahtlos daran an, auch wenn sich die Briten in den Midtempo-Bereich zurückfallen lassen und schwermütige Bad Company-Riffs auspacken. An dieser Stelle sei die Produktion ausdrücklich gelobt: Tony Reed (Stone Axe, Mos Generator) lässt die live mit wenigen Overdubs eingespielten Songs druckvoll und authentisch klingen, rettet die klassische 60s- / 70s-Attitüde hervorragend in die Gegenwart hinüber.

In dieser Gangart geht es weiter – mal bluesig getragen („Angel Woman“, „My Way Down“), mal etwas schneller mit starker Rock’n’Roll-Schlagseite („Falling Down“, „Targets“). Auch für ruhige Momente ist gesorgt, beispielsweise in „It’s Easy“ und Teilen von „Closing In“. Wirkliche Ausfälle gibt es bei den 13 Songs zwar nicht, doch insgesamt wirkt „A Different Game“ eine Spur zu lange mit knapp 57 Minuten Spielzeit und gewissen sich wiederholenden Strukturen. Ohne Frage: Iron Claw schreiben gute Songs, haben einen fantastischen Sänger und gute Riffs, aber das Album wirkt eine Spur überfüllt, um ein durchgängig mit höchster Aufmerksamkeit zu verfolgen. Dennoch ist „A Different Game“ eine starke, lebendige Zeitreise mit vier Veteranen, von denen man in Zukunft mehr hören möchte. Hier schlummert verdammt viel Potential.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 04.10.2011
Erhätlich über: Ripple Music (US-Import)

Facebook: www.facebook.com/iron-claw

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Category: Magazin, Reviews

  • Dear Nicky,
    thank you for your comment and your kind words. And yes, I do believe that the album is a tad bit ‚too long‘, simply because I think „A Different Game“ could’ve done without 2-3 songs that I find slightly repetitive, for example „Love Is Blind“ and „See Them Fall“ – still decent songs, but too much of the same ol‘ sane if that makes sense.
    Nevertheless, I’ve already my copy of the album just as well as getting my hands on Grifter. Nothing like good music in my sweaty palms.

    W.

  • Hello, and thank you for this fab review. I agree wholeheartedly that „A Different Game“ is a great, powerful and pretty distinctive album. I’m not sure I find it too long, though… how can you ever have too much of a good thing? Bit confused by that comment, but maybe my German is letting me down. I look forward to hearing more from Iron Claw, too!
    Cheerio
    Nicky

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