Goddess – Ritual Of The Cloven Hoof

(c) Goddess / Majestic Mountain Records
Nach dem Ausstieg von Gitarrist und Gründungsmitglied Niklas entschieden sich Goatess für einen Neustart. Drummer Kenta Karlborn und Sänger/Gitarrist Karl-Martin Buhre blieben an Bord, mit Bassist John Jansson sowie Anders Martinsgård an der zweiten Gitarre wurde das Line-up komplettiert. Seither heißt man Goddess, doch rein musikalisch hat sich bei den Schweden nichts geändert. Doom Metal mit Stoner-Riffs und düsteren, psychedelischen Ausritten bestimmt weiterhin das Geschehen. „Ritual Of The Cloven Hoof“ ist der Einstand unter neuem Namen und das erste Goatess/Goddess-Album seit gut sechseinhalb Jahren.
Der schwerfällige Opener „Godless“ setzt das Goatess-Erbe fort und bringt den Sound auf den Punkt. Bleierne Heavyness, leicht entstellte Riff, finstere Spielereien und die kraftvollen, energischen Vocals von Karl-Martin Buhre finden im Schneckentempo zusammen. Der ellenlange Aufbau ist quasi Pflicht, die beschwörerischen Vocals die entsprechende Kür. Viel Drama, beklemmende Aura und ein wenig alte Doom-Schule finden zusammen. Im Anschluss erhöht „Inquisition“ die Schlagzahl etwas, fasst sich deutlich kürzer und geht wütend nach vorne. Der verspielte, psychedelische Mittelteil driftet urplötzlich ab, lässt dichten Nebel aufsteigen, bevor die Schweden zurück zum trockenen Leitmotiv finden.
Ein weiteres Highlight findet sich am anderen Ende des Albums: „Born Again Heathen“ nimmt stolze achteinhalb Minuten in Beschlag und hat kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen. Hier liefern Goddess eine echte Doom-Masterclass ab und wachsen über sich hinaus. Der zurückgenommene, melodische Teil mit Stoner-Kante geht nicht mehr aus dem Ohr, das wütende Aufstampfen ringsum fährt durch Mark und Bein. In der zweiten Hälfte taucht das Quartett hingegen nahezu vollständig in psychedelische Gefilde ab, wie ein instrumentaler Jam in Zeitlupe. Die spacige Schlussminute samt komplett entstelltem Gitarrensolo passt perfekt ins Bild.
Der Name mag anders sein, die Besetzung ebenfalls, doch rein musikalisch gibt es keine großen Änderungen. Goddess setzen die Reise der letzten Goatess-Platten weitestgehend fort, wenngleich mit insgesamt einem Tacken mehr Psychedelia. Das bekommt dem recht rohen, trockenen Auftreten sehr gut, denn „Ritual Of The Cloven Hoof“ gibt sich stoisch, reduziert und fokussiert, verzichtet auf Gimmicks in der Produktion und bringt stattdessen eine gesunde Portion Underground-Charme mit. Die Schweden fühlen sich in klassischeren Doom-Gefilden mit leichtem 80s- und Früh-90s-Einschlag wohl und kochen doch ihr eigenes Süppchen – ein mitreißender Einstand unter neuem Namen, der die Sonne gefrieren lässt.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 22.05.2026
Erhältlich über: Majestic Mountain Records
Facebook: www.facebook.com/baldersounds


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