Throes – The Colorless Light Of Emptiness

| 17. Oktober 2026 | 0 Comments
Throes

(c) Throes / Church Road Records

Kompromisslose Heavyness und unmittelbare Urgewalt zählt zu den großen Stärken von Throes. Das Quartett aus Boise im US-Bundesstaat Idaho platziert sich bevorzugt zwischen baufälligen Stühlen, wildert unter anderem in Sludge, Doom, Hardcore und Noise Rock. Ihr letztes Album hat bereits über sieben Jahre auf dem Buckel, seither erschienen diverse Kleinformate und ein Split-Werk. Mit „The Colorless Light Of Emptiness“ landen sie nun bei Church Road Records und bannen ihre antagonistische Live-Form erfolgreich auf Platte.

Der unwirsche Auftakt von „Western Violence“ passt prima zu diesem Album, dessen sägendes Chaos mit allerlei Störsignalen vermischt wird, während gutturale Growls und wütende Screams aus den Untiefen auftauchen und doomig-noisige Schwere noch weiter zersetzen. „Ape/Personal/Animal/Human“ treibt die Überspitzung voran, stimmt die Gitarren noch eine Spur tiefer und dreht komplett am Rad. Nahezu konstant wechselndes Tempo, schwarzmetallische Zwischensprints und überaus rohes Drumming finden für eine lautmalerische Belastungsprobe zusammen. In einem Meer der Dissonanzen entsteht unnahbare Hässlichkeit, während sich die Schlussminute mit letzter Kraft durch die Untiefen des Seins schleppt.

Dort warten Throes bereits mit dem nächsten Fußtritt in Form von „Beg“, das sich in aller Kürze durch Schwerfälligkeit tastet, vor Schmerzen aufschreit und in „Joy“ eine wundervolle Fortsetzung findet. Etwas länger, etwas sägender, zwischendurch mit roher Gewalt versehen, nur um im nächsten Moment eine Art mörderischen Groove anzustimmen: Kopfschmerzen sind in der kleinen Wundertat garantiert. Ähnliches gilt für „The Line“, das als gut fünf Minuten langer Gigant nur schwer aus dem Quark kommt und sich laufend zu verhaspeln scheint. Das Spiel mit rhythmischen Erwartungen verleiht dem tiefschwarzen, zähen und störrischen Track die nötige Würze.

„The Colorless Light Of Emptiness“ wird seinem Titel auf so ziemlich allen Ebenen gerecht, erstickt jegliche Form von Licht und zerlegt bei dieser Gelegenheit auch direkt sämtliche Schatten. Das Faible für Doom und Sludge lässt sich bei Throes nicht von der Hand weisen, wird aber zumeist in noisigen Hardcore, Post Metal mit Blackened-Schlagseite und deftige Noise-Espakaden verpackt. Selbst in bratender Schwerfälligkeit befinden sich diese zehn Songs in quasi konstanter Bewegung, reißen verheilt geglaubte Wunden auf und zelebrieren unvermeidbare Finalität. Wenige Bands sind so konzentriert hässlich und abstoßend unterwegs, bleiben mit ihrem konsequenten Wahnsinn aber hängen – ein kompliziertes Album, das nicht loslässt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.10.2026
Erhältlich über: Church Road Records

Website: www.throestodust.com
Facebook: www.facebook.com/throestodust

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Category: Magazin, Reviews

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