Besvärjelsen – Till Glömskan Ad Oblivionem

| 26. August 2026 | 0 Comments
Besvärjelsen

(c) Marja Bajer

Der Wald rockt die Wüste weg: Als Antwort auf ‚Desert Rock‘ nennen Besvärjelsen ihren Sound augenzwinkernd ‚Forest Rock‘. Im Verlauf ihrer bisherigen Alben und Kleinformate arbeiteten die Schweden an ihrer angenehm eigenwilligen Präsentation, die neben Punk- und Stoner-Einflüssen unter anderem Blues, Doom und Psychedelia in sich trägt. Die Messlatte liegt freilich hoch, denn „Atlas“ wurde unter anderem als bestes Metal-Album des Jahres bei Manifestgalan, dem größten schwedischen Musikpreis, ausgezeichnet. Zwar dauerte es mit neuer Musik vier Jahre, doch hat sich das Warten gelohnt: „Till Glömskan Ad Oblivionem“ kann sich ebenfalls sauber behaupten.

Bereits der Opener „The Greatest Sin“ geht als Rückkehr in bestechender Form durch. Der herrlich schwerfällige, doomig-bluesige Rocker packt massig Distortion aus, dann lädt der Gesang von Lea Amling Alazam auf einen Waldspaziergang in Dalarna ein – furztrocken, understatet, kurzweilig. Das anschließende „Accelerating Hearts“ erhöht die Schlagzahl erst einmal ein wenig, lässt sogar kurz gewisse Punk-Wurzeln aufblitzen, bevor der süffige, bittersüße Refrain mit herrlicher Schwerfälligkeit alles in Schutt und Asche legt. Hinter „Didn’t Come To Party“ steckt über weite Strecken halbwegs klassischer Hard Rock mit hymnischen Qualitäten und vereinzelten Stoner-Riffs – kann man machen, weiß zu unterhalten.

Die ruhigen Momente sitzen bei Besvärjelsen mittlerweile mehr denn je. „Drifters On A Quiet Stream“ rollt zwar relativ heavy an, bewegt sich aber zunehmend in ruhigen, filigranen Gefilden. Leicht psychedelischer Einstieg, ein paar folkige Untertöne und schließlich eine Prise Power-Ballade mischen im Sechsminüter mit. Das getragene, intensive Finale ist ganz groß. Noch ruhiger geht es der Quasi-Titelsong „Oblivion“ (der Albumtitel setzt sich aus dessen schwedischer und lateinischer Entsprechung zusammen) an, lässt Alazams Stimme von minimalster Instrumentierung begleiten. Als Rausschmeißer ist das okay, fällt etwas aus dem Rahmen. Wer hingegen etwas mehr Heavyness und Riff-Power braucht, bekommt das drückende „Counting Flies“ serviert.

„Till Glömskan Ad Oblivionem“ fällt vor allem konsequent und kraftvoll aus. Die musikalische Weiterentwicklung sollte angesichts der letzten Platten keine Überraschung darstellen, wirkt zu jeder Zeit stimmig und organisch. Besvärjelsen schreiben zudem richtig gute Songs, was natürlich kein Fehler ist. Die Riffs fallen noch etwas drückender und abgehangener aus, Doom und Blues dringen wiederholt an die Oberfläche. Gleichzeitig offenbaren die ruhigen, melodischen Momente ausgereiftes Songwriting, in jeder Hinsicht packender und massiver. Das schwedische Quintett setzt seinen Weg einmal mehr gekonnt fort, mit einem echten Forest-Rock-Brett von einem Album.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 28.08.2026
Erhältlich über: Magnetic Eye Records (SPKR)

Facebook: www.facebook.com/besvarjelsen

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Category: Magazin, Reviews

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