R.O.S.A. – No Peace For You

| 19. August 2026 | 0 Comments
R.O.S.A.

(c) Alex Obscured

Es gibt keine Zeit zu verlieren, dachten sich wohl R.O.S.A. aus Berlin. Die Musiker sind allesamt Anfang 40, waren und sind Teil verschiedener Bands (u. a. Patsy O’Hara, Empty Vision, Tackleberry und Ratfeast) und wissen angesichts ihrer Erfahrung recht genau, was sie wollen. Bereits im Vorjahr erschienen drei Singles rein digital, die den düsteren Hardcore mit Punk- und Metal-Einflüssen gut absteckten. Unter der Ägide von Jan Oberg (u. a. Grin, Earth Ship) entstand das gleichzeitig beklemmende und brutale erste Album „No Peace For You“.

Vergleiche mit Bands wie Trap Them, Ringworm und Nails drängen sich gewissermaßen auf und werden dieser knappen halben Stunde doch nicht gerecht. Elf Songs plus Interlude und Outro machen gefühlt einfach, doch stecken dahinter aus Erfahrung geborene Routine und Haltung. Tracks wie „Hold / Release“ rattern nicht einfach durch, sondern verbreiten unheilvolle Stimmung und gehen mit rohen Mitteln an die Substanz. Bleierne Schwere, gedrosseltes Tempo und ein lärmende Bass täuschen einen Crust-Absturz an, bemühen grantige Hässlichkeit und machen kurz vor der Explosion Halt. Die impliziert „Badge Of Shame“ zumindest, etwas flotter und punkiger, zudem mit nahezu eingängigen Gitarren. Der Kontrastpunkt zum Chaos hebt später sogar etwas ab.

Speziell in den etwas längeren Tracks toben sich R.O.S.A. so richtig aus. „Fragile Power“ nähert sich der Vier-Minuten-Marke und geht als kleines Epos durch – ideal für unzählige Variationen und Stilbrüche. Ungeschliffene Frontalattacken, sägende Entschleunigung und ein desolates Breakdown machen Laune. Im direkten Anschluss presst „Static Faith“ jedes erdenkliche Quäntchen Gift und Galle aus den Stimmbändern, während das scheinbare Stottern der Band die nervöse Energie dieser kleinen Bestie gekonnt unterstreicht. Selbst bewusst wüste Wellenbrecher wie der kantige Opener „Ugly Boys“ machen Laune.

Dass hinter diesen überwältigenden, bewusst ruppig produzierten Husarenritten ein gekonntes Spiel mit gedrosselter Wut und kanalisierter Urgewalt steckt, wird erst nach dem einen oder anderen Durchlauf so richtig klar. „No Peace For You“ überwältigt erst einmal mit seinen giftigen Nackenschlägen, die von Punk über Metal bis Blackened Hardcore so ziemlich alles abdecken und mitnehmen. Und dann schimmert die martialische, zugleich wohl durchdachte Einsatzfreude in jeder einzelner Note durch. R.O.S.A. kultivieren unbändige Power auf abstoßende Art, und doch kann man sich diesem cleveren Batzen nicht entziehen – richtig mächtig von vorne bis hinten.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 21.08.2026
Erhältlich über: This Charming Man Records (Cargo Records)

Bandcamp: rosaberlin.bandcamp.com
Instagram: www.instagram.com/r.o.s.a.berlin

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Category: Magazin, Reviews

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