Exumer – Death Mask Messiah

(c) Morgenrot Visions
Als sich Exumer im Frühjahr 2012 mit „Fire & Damnation“ nach zwischenzeitlicher, langjähriger Trennung zurückmeldeten, wollten sie wie eine moderne Band klingen, ohne dabei das eigene Thrash-Erbe der 80er zu ignorieren. Seither arbeitete sich das deutsche Quintett durch zwei weitere Alben, zuletzt vor über sieben Jahren. Die Zeit seither lieferte natürlich genug Material für neue Songs und Texte, brachte zugleich eine Frischzellenkur. Alex Voss (u. a. Call Of Charon) bedient den Tieftöner, Jerome Reil (The Very End) sitzt hinter der Schießbude. Gemeinsam beschloss man, den Härtegrad nach oben zu schrauben und wieder deutlich direkter unterwegs zu sein. „Death Mask Messiah“ ist tatsächlich eine Rückkehr zu alter Form.
Der eröffnende Titelsong atmet sogleich den Geist der 80er und geht mit absoluter Wucht nach vorne. Giftiger Thrash, ordentlich 80s-Querverweise und ein Mem V. Stein in Bestform lassen keine Wünsche offen. Exumer destillieren ein Genre auf seine Urform, die aggressive Soloarbeit passt ebenso prima ins Bild wie die zwischenzeitliche Tempoverschleppung. Das folgende „Blinding Skies“ wirkt mit seinen kurzen, etwas melodischeren Parts wie ein Bindeglied zu den letzten Platten. Dennoch geht es weiterhin betont kompromisslos vor sich. Vor allem der Abschnitt kurz vor den wütenden Soli erinnert im besten Sinne an Kreator (Jeromes Vater Jürgen Reil aka Ventor verkloppt dort seit der ersten Stunde das Kit).
Hits hat dieses Album in rauen Mengen, arbeitet sich zugleich an amerikanischer Politik, Falschinformationen, der Pandemie, Black Lives Matter sowie dem 30jährigen ‚Jubiläum‘ von Waco ab. „Fratricide“ befasst sich mit dem Kulturkrieg, der Familien spaltet und Freundschaften auf dem Gewissen hat, begleitet von purem Gift. In „Unchained Angel“ überraschen Exumer mit einem Hauch Crossover, etwas Groove und räudigem Wahnsinn – im Original von Nasty Savage, mächtig adaptiert. Die schiere Urgewalt von „Allocated Savagery“ mit erneuten melodischen Leads mittendrin kommt mindestens so gut wie das drückende, schwerfällige „Frozen Ground“, das am Stand eskaliert.
Im sprichwörtlichen Jungbrunnen gehen Exumer auf und legen ihr bestes Comeback-Werk vor, zumindest bis jetzt. Der Fokus auf alte Stärken mit neuem Elan bekommt dem Quintett richtig gut, unter anderem von starken Riffs, pointierten Texten und einer energischen Rhythmusabteilung angetrieben. „Death Mask Messiah“ dockt natürlich bei alten Thrash-Klassikern an, geht konzentriert mit dem eigenen Erbe um und transportiert all das ins Hier und Jetzt, ohne jegliche Kompromisse. Exumer machen von der ersten bis zur letzten Sekunde ordentlich Dampf und liefern auf den Punkt ab.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 28.08.2026
Erhältlich über: Metal Blade (SPV)
Website: exumer.de
Facebook: www.facebook.com/exumerofficial


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