False Reality – Faded Intentions

| 10. November 2025 | 0 Comments
False Reality

(c) Rachel Smith

Geballte Erfahrung aus dem Hardcore- und Metalcore-Bereich findet sich als neue Band wieder. Obwohl es False Reality erst seit etwas über zwei Jahren gibt, konnte das Londoner Quartett bereits auf diversen Festival überzeugen und supportete unter anderem Stick To Your Guns, Madball und Stray From Your Path. Die Erwartungen für ihr erstes Album „Faded Intentions“ sind entsprechend hoch und zeigt eine Band, die zwar Teil der Hardcore-Szene ist, gleichzeitig alles andere als puristisch an den eigenen Sound herangeht.

Verrat, Enthüllung, Selbstermächtigung und Rache sind zentrale Motive dieses Albums, ebenso die komplette Verwandlung einer nahestehenden Person. Was ist echt, was ist fake? Diese und andere Fragen stellen sich Tracks wie „Reality Slips“, die sich intensiv mit dem Unwirklichen der Gegenwart befassen. Rachel Rigby macht mit ihren Shouts ordentlich Dampf, während schräge Gitarreneinlagen und verwaschener Gesang mit Shoegaze-Note zwischendurch das Geschehen verfremden, doch ist der nächste Breakdown nicht weit. Wie in „Worth It“, das stellenweise sogar ein wenig bei der alten Hardcore-Schule andockt, sich todesmutig in den Pit stürzt und verkappte Hatebreed-Riffs neben metallisches Gift stellt.

Im grandiosen „Mirror“ prallen musikalische Welten aufeinander. Bereits der wütende Auftakt wirkt nervös, lässt seine Gitarren erratisch aufbranden. Mittendrin taucht ein entstellter und doch harmonischer Part mit Klargesang auf, danach entführt ein Solo in komplett andere Sphären, bevor die angepunkte Hardcore-Wucht erneut Fahrt aufnimmt. Im Vergleich dazu gibt sich „Cranium“ unmittelbar und linear, nur um wieder und wieder zu entschleunigen. Das schwerfällige Finale kommt mindestens so gut wie der gallige Sprint „Every Gaze“, der erst einmal am Stand durchdreht und das fäusteschwingende Breakdown gekonnt verweilen lässt.

Alleine schon die pure Aggression dieser 35 Minuten, drastisch und gezielt aufwühlend, macht mächtig Laune. False Reality zocken Hardcore, der weit über den Tellerrand blickt und alles mitnimmt, was gerade sinnig und stimmig erscheint. Metallische Wucht mit Thrash-Riffs, Metalcore-Einschübe, Punk-Elemente, ein wenig Math und sogar Shoegaze zählen zu den Zutaten, die „Faded Intentions“ unterhaltsam gestalten. Jeder Track langt beherzt zu, hält einen Spiegel vor und sucht nach einer besseren Zukunft. Die Vorschusslorbeeren ihrer bisherigen Singles und Live-Aktivitäten haben False Reality hiermit mehr als erfüllt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 14.11.2025
Erhältlich über: Hassle Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/p/False-Reality-HC-100089298026264

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Category: Magazin, Reviews

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