V/A – Doombanomicon

| 10. Mai 2019 | 0 Comments
Black Doomba Records

(c) Black Doomba Records

Tommy Stewart wollte nicht einfach nur irgendeinen Sampler hinklatschen. Der Inhaber von Black Doomba Records nahm sich für seinen ersten Ausflug in die Welt der Compilations ein halbes Jahr Zeit, um Handverlesenes aus dem weiten Doom-Umfeld zusammenzutragen. Weitestgehend unbekannte Bands sollten es sein, jede komplett anders klingen und eine andere Facette dieses Genres repräsentieren – genau das ist „Doombanomicon“ auch gelungen.

Schnell kristallisieren sich erste Favoriten heraus. Dead Reigster aus Atlanta, Georgia packen ein wenig Post Punk und Gothic in den Mix. Entsprechend beschwörend und mystisch, geradezu geheimnisvoll mutet ihr Beitrag „Monochrome“ an. Gerade die fiese, brachiale Explosion Richtung Refrain reißt mit und sprengt – übrigens nicht zum letzten Mal – Doom-Grenzen. Die angenehm räudigen Gravehuffer erinnern hingegen an frühe Cathedral. „Kill For Sport“ ist ruppig, bissig und ungeschliffen – eine etwas andere Offenbarung.

Darf es eine Spur klassischer sein? Negative Wall bringen „Imperii Exsulses“ auf die Reise und erinnern an die Pioniere der US-Doom-Szene. Gestenreicher Gesang, Proto-Gitarrenarbeit und getragenes Tempo unterhalten mindestens so sehr wie die dezent okkulte Note von Witchcross. Das US-Quintett steht auf Kajal, reduzierte Bassläufe und konstante Konfrontation mit den Konventionen der Tonleiter. Noise und Drone halten hingegen in „Hymn“ Einzug, dem Rausschmeißer von Xothun aus Atlanta. Komplette Entstellung des Genres wird zum Volltreffer und macht sich neben vergleichsweise konventionellen, wohl aber ähnlich begeisternden Beiträgen von Bludy Gyres, Gallow God und DayGlo Mourning sehr gut.

Stewarts Geduld und Muße bei der Zusammenstellung dieser Compilation machen sich bezahlt. „Doombanomicon“ hat bekömmliches Material für jeden Doom-Fan im Gepäck und bietet zudem einen spannenden Rundblick durch die etwas andere Doom-Szene. Dem Genre geht es hörbar gut, dafür sorgen junge Talente und spannende Ideen. Eine limitierte Vinyl-Version ist zum leider etwas teuren Import erhältlich, über die Bandcamp-Seite von Black Doomba Records lassen sich zudem viele weitere spannende Acts entdecken. Die Zukunft könnte doomiger kaum sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.05.2019
Erhältlich über: Black Doomba Records (Download-Album)

Website: blackdoombarecords.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/blackdoombarecords

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Category: Magazin, Reviews

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