Sludgehammer – Antechamber

| 9. April 2019 | 0 Comments
Sludgehammer

(c) Deborah Lawrence

Ein noch relativ junges Projekt aus Kanada schickt sich an, mit einem kleinen aber feinen Release sympathische Arschtritte in der Metalszene zu verteilen. Tatsächlich setzen Sludgehammer auf vertraute Klänge. Klassischer Metal, Thrash-Riffs, wütende Growls und sogar ein wenig Core-Unterbau geben sich ein feistes Stelldichein, und das mit gleich zwei Sängern. Das zweite Studioalbum „Antechamber“ erscheint in Eigenregie.

Wie wild und doch mächtig diese Platte wirkt, zeigt der Opener „No Control“ nahezu perfekt. Was musikalisch ein wenig Richtung Groove, Richtung Metalcore und sogar Todesstahl schielt, erhält im Refrain melodischen Klargesang mit klassischer Metal-Schlagseite drübergebraten, auch das Gitarrensolo bewegt sich in klassischen Bahnen. Alte und neue Schule werden ohne Umschweife auf Kollisionskurs gebracht, es kracht und scheppert – im übertragenen Sinne, denn die Produktion ist absolut in Ordnung.

Ehe man sich versieht, sind Sludgehammer schon ein paar Türen weiter. „The Long Road“ bäumt sich langsam und mächtig auf, bevor eine wütende Uptempo-Schlacht einsetzt. Am Höhepunkt halten wieder Melodik und Power-Sounds Einzug, dann tauchen fiese Thrash-Riffs auf. „Forsaken Souls“ übt sogar den Toxic Waltz, wildert ein wenig in der Bay Area und zieht schließlich Stahlkanten auf. Seinen Höhepunkt findet dieser Zweitling allerdings in „Supernova Silhouette“. Tatsächlich gelingt es den Kanadiern, bei über achteinhalb Minuten Spielzeit nicht den Hauch von Langeweile Einzug halten zu lassen. Die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt, der Track wogt wild hin und her, plötzliche Explosionen und Wutproben, ja sogar akustische Einschübe lockern wiederholt auf.

Nicht immer ist direkt klar, wohin Sludgehammer mit ihrem zweiten Album wollen. Laufende Haken lassen ins Leere rennen, stiften Verwirrung und platzieren sich zwischen kompletten Stuhlreihen. „Antechamber“ ist altbacken und hypermodern, brutal und feinsinnig, rasend und melodisch zu gleichen Teilen. Hier harmoniert, was nicht funktionieren dürfte, auch wenn man sich an den etwas nöligen Gesang erst gewöhnen muss. Diese kuriose Facette legt allerdings zusätzliche Strahlkraft frei und lässt den Zweitling der Herren aus Toronto erst so richtig explodieren. Da lohnt sich selbst der Importweg, denn physische Tonträger sind via Bandcamp verfügbar.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 12.04.2019
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/sludgehammermusic

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Category: Magazin, Reviews

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