Leeched – You Took The Sun When You Left

| 22. August 2018 | 0 Comments
Leeched

(c) Prosthetic Records

Auf der Suche nach musikalischen Extremen treibt es Leeched in verschiedenste Core-Gefilde. Erst im vergangenen Jahr in Manchester gegründet, deutete die Band auf ihrer ersten EP bereits wütendste, schwärzeste Hardcore-Action vom Feinsten an. Kein Wunder, dass Prosthetic Records hier zugriff und den Briten den nötigen Feinschliff verpasste – sofern das bei diesem Sound überhaupt möglich ist. Ihr Debütalbum hört auf den überaus passenden Namen „You Took The Sun When You Left“.

Leichte Kost ist das hier definitiv nicht. Blackened Hardcore, Noise, Math, Crust und sogar Industrial kollidieren in elf herrlich kaputten Kapiteln. Zu Beginn feuern Leeched drei Blendgranaten ab, welche all das und gefühlt noch viel mehr in einen Topf werfen. „Cripple The Herd“ stampft wütend auf, „The Rope“ tritt das Gaspedal stellenweise bis auf Anschlag durch und „The Stone And The Steel“ versteht sich auf schrillen Midtempo-Groove. Das geht selbstverständlich an die Substanz, bereitet zugleich aber prima auf den Rest der Platte vor.

Immer länger und länger scheinen die Tracks zu werden, bis sich „Harrow The Pastures“ sogar an die Sechs-Minuten-Marke herantastet. Hier werden die instrumentalen Pausen zwischen den einzelnen Slam-Elementen immer länger, wütende Noise-Kaskaden und Industrial-Fontänen schießen förmlich aus den Boxen. Das funktioniert übrigens auch kompakter, wie im stampfenden, übersteuernden Albtraum „A Mouthful Of Dirt“, dem unwahrscheinlich mächtigen „Guilt“ und der rasenden Attacke „Raised By Lead“.

Seeker und October File sind nur zwei von vielen Eckpunkten dieser geschmackvoll manischen Platte. „You Took The Sun When You Left“ will aufwühlen und schafft letztlich auch genau das. Gut 33 wilde, überbordende Minuten drehen die Regler auf Anschlag und wirken wie ein unnachgiebiger Angriff auf alle Sinne – natürlich gleichzeitig, versteht sich. Leeched verlangen viel Geduld, doch letztlich steckt unheimliche Cleverness in ihrem Slam-Noise-Debüt. Keine leichte Kost, wohl aber über weite Strecken bärenstark.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.08.2018
Erhältlich über: Prosthetic Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/Leechedmhc

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Category: Magazin, Reviews

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