Hanging Garden – I Am Become

| 27. Oktober 2017 | 0 Comments
Hanging Garden

(c) Lifeforce Records

Über die letzten Jahre erspielte sich das finnische Sextett Hanging Garden gar beharrlich sein Publikum zwischen doomiger Düsternis und süßlicher Schwere. Zwichen der klinischen, klaren Produktion von „Blackout Whiteout“ und der Gäste-Orgie auf der EP „Hereafter“ standen zuletzt vor allem Experimente im Mittelpunkt. „I Am Become“, das mittlerweile fünfte Studioalbum, tankt sich nun durch das gesamte Schaffen der Band, unter anderem begleitet von Tomi Joutsen (Amorphis) und Niko Kalliojärvi (Amoral).

Das eröffnende „As Above, So Below“ packt im Prinzip alles, was Hanging Garden ausmacht, in sechs mächtige Minuten. Wütende Growls und fragil-ätherischer Gesang geben sich die Klinke in die Hand, wenn diese Mini-Monstrosität zwischen Dark-Metal-Schwerfälligkeit, doomiger Härte und hochtrabendem Finale pendelt. Das Händchen für bleierne Emotionen bleibt auch im von Tomi Joutsen begleiteten „Hearthfire“ erhalten, das zwischenzeitlich schon mal ein wenig an Swallow The Sun erinnert, im passenden Moment jedoch die erwartete Kurskorrektur gen Heimathafen vornimmt, ein Hauch von Klargesang inklusive.

Offensichtlich kommt mittlerweile kein Album der Finnen mehr ohne sperriges Experiment aus. Die elektronischen Flächen von „Kouta“ erinnern ein wenig an den Depeche Mode-Klassiker „Enjoy The Silence“, rundherum schleichen Hanging Garden etwas blass, dennoch charmant melodisch umher. Dass im abschließenden, düster-romantischen „Ennen“ ein wenig Frauengesang nicht fehlen darf, versteht sich ebenso von selbst wie die schroffe Härte von „One Hundred Years“, eingebettet in ein leicht schwülstiges Zeitlupen-Arrangement.

Nach wie vor kämpfen Hanging Garden um ihre Idealform und beißen sich irgendwo zwischen Vergangenheitsbewältigung und Experimentierfreudigkeit fest. „I Am Become“ ist freilich keine perfekte Platte, der Trend geht allerdings klar gen Wellenbrecher. Es dauert abermals eine ganze Weile, bis sich die betont langsamen, schwerfälligen Songs einigermaßen entfalten, mit den beiden Openern setzt es dafür gleich zwei Klassiker, und selbst die elektronischen Ausflüge sowie der Gothic-Schwulst gehen absolut in Ordnung. Für Hanging Garden ist das fünfte Studioalbum ein schweres, wohl aber auch sehr lohnenswertes mit unheimlich viel Details, großer Kreativität und hörbarer Liebe zur Musik geworden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.10.2017
Erhältlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Website: www.hanging-garden.net
Facebook: www.facebook.com/HangingGardenOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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