Rozamov – This Mortal Road

| 27. Februar 2017 | 0 Comments
Rozamov

(c) Reid Haithcock

Doom Metal, wohl eine der ältesten Spielarten harter Musik, erfuhr in seiner illustren Geschichte zahlreiche Wandlungen. Sludge und Stoner zählen aktuell fraglos zu den populärsten Zutaten – melodisch, ausladend und doch herrlich sperrig. Auch Rozamov aus Boston haben sich dieser fatalistischen wie eingängigen Mixtur verschreiben. Auf zwei in Eigenregie veröffentlichte EPs und Tourneen mit Slayer und Doomriders folgt nun das Debütalbum „This Mortal Road“ – hierzulande digital und via Import auch auf CD/Vinyl zu haben.

Vier Monolithen und ein kleines Zwischenspiel gestalten diese 40 angriffslustigen, zuweilen gar eingängigen Minuten. Da wäre unter anderem der eröffnende Titeltrack, dessen bissiges und doch herrlich zähes Stoner-Doom-Riff die Marschrichtung vorgibt. Mächtige Zeitlupen-Drums, leicht rockiger Einschlag und der gleichermaßen bedrohliche wie beschwörende Gesang sorgen für Gänsehaut. Was Rozamov – nicht nur in diesem Song – so stark macht, ist das plötzliche Umschalten. Spontane Tempo- und Riffwechsel sowie hörbar wütende, beinahe geschriene Vocals sorgen selbst bei ellenlangen Tracks für die nötige Spannung.

Im Prinzip ließe sich jeder einzelne Song exemplarisch für die schiere Wucht von „This Mortal Road“ anführen. Vielleicht schafft es „Serpent Cult“ am besten, dreckige Sludge-Riffs in den Sound einzubinden, gesäumt von brüchigen Krusten und dickem Weltschmerz. Und doch, selbst in der größten Depression schütteln die US-Amerikaner ganz locker eine manische, bissige Melodie aus dem Ärmel und tragen selbst das finsterste Arrangement gen Eingängigkeit. Ohrwürmer und Selbstzerfleisch ahoi: Rozamov debütieren auf Albumlänge bärenstark.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.03.2017
Erhältlich über: Battleground Records / Dullest Records (DL-Album)

Facebook: www.facebook.com/Rozamov

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Category: Magazin, Reviews

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