Brieg Guerveno – Valgori

| 9. Januar 2017 | 0 Comments
Brieg Guerveno

(c) Mathieu Ezan

Autor, Komponist, Performer: Brieg Guerveno ist ein Multitalent und zugleich Verfechter der bretonischen Sprache. Mit seinem gleichnamigen Musikprojekt bringt er diese sogar mit progressiver Rock- und Metalmusik in Verbindung. Traditionelle bretonische Kultur und Geschichten vermischen sich mit wütenden Extremen, 70s Prog und einer dicken Portion Porcupine Tree. Klingt bizarr, macht aber unheimlich Laune. Das aktuelle Album „Valgori“ lässt nun auch frühe Folk-Einflüsse endgültig hinter sich.

Aus einer höchst ungewöhnlichen Idee wird eine musikalisch besonders faszinierende Stunde. Guerveno, unterstützt durch zwei Kollegen, wird zum Suchenden zwischen zwei Welten. Wie wild die Reise werden kann, deutet bereits zum Auftakt „En Desped“ an. Beinaher spiritueller Auftakt, schrittweise Hinzunahme elektrischer Gitarren und schließlich ein kurzer Ritt auf der eierlegenden Wollmilchsau nebst glockenhellem und doch bissigem Gesang in eben jener selbst für Rock bzw. Metal ungewöhnlichen Sprache – musikalische Virtuosität und künstlerisch hochtrabender Ansatz gehen erfolgreich Hand in Hand.

Man muss schon etwas genauer hinhören, um tatsächlich alle Feinheiten dieser Platte entdecken zu können. Zwischen dem ausgedehnten Zwischenspiel „Kelc’h“, dem verkopften Höllenritt „An Hivizenn“ und dem mit deutlicher 70s-Schlagseite ausgestatteten Titeltrack spielt sich das Trio durch die Geschichte des Genres. Seinen Höhepunkt findet die Unternehmung allerdings in „Pedenn“, das trotz neun Minuten Spielzeit, ausgedehnten Instrumental-Passagen und Loops alles, nur nicht langweilig wird. Selbst Mastodon und King Crimson geben sich ein kurzes Stelldichein.

Nur wenige Bands klingen gleichzeitig so vertraut und doch so unverkennbar eigenständig. Brieg Guerveno gelingt eben dieser Spagat mit erstaunlicher Leichtigkeit. Mit bretonischer Sprache, heller Stimme und überraschend extremen Einschüben rattert der Autor samt Begleitung durch „Valgori“ und huldigt ein weiteres Mal den versammelten Prog-Granden. Das ist freilich nicht jedermanns Sache, und doch, vielleicht auch gerade deswegen, so faszinierend.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.01.2017
Erhältlich über: Dooweet Agency (Frankreich-Import)

Website: www.briegguerveno.com
Facebook: www.facebook.com/briegguerveno

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Category: Magazin, Reviews

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