The Drip – The Haunting Fear Of Inevitability

| 11. Januar 2017 | 0 Comments
The Drip

(c) Relapse Records

Zehn Jahre nach Bandgründung beschenken sich The Drip selbst mit dem Release ihres Debütalbums. Nach einer Reihe an Kleinformaten und einem Leben on tour unterschrieb das Quintett aus dem US-Bundesstaat Washington schließlich bei Relapse und schoss 2014 – natürlich – eine weitere EP hinterher. Irgendwo zwischen Grindcore, Crust und ein wenig Death Metal gibt nun der Full-Length-Einstand „The Haunting Fear Of Inevitability“ Gas.

In 13 rasiermesserscharfen Akten tanken sich die US-Amerikaner durch etwas mehr als eine halbe atemlose Stunde. Das Schlagzeug prügelt fast durchgehend auf Anschlag, die Lyrics wirken wie eine Anleitung zur nihilistischen Selbstaufgabe und passen wie Arsch auf Eimer zum Katastrophenjahr 2016. Zwischen „Blackest Evocation“, „Gruesome Politics“, „Exile“ und „Terror War Industry“ drängen The Drip gen Chaos und Grind-Power.

Natürlich geht es auch anders. Bereits Track 2, „Anathema“, setzt auf kleinere Groove-Passagen. Immer wieder wird, zumindest für wenige Sekunden, das Tempo kurz herausgenommen. In „Bone Chapel“ findet sogar ein kurzes Gitarrensolo Unterschlupf, während das gen Halbzeit platzierte Doppel „Painted Ram“ und „Wretches“ mit melodischen Elementen und einem kurzen Psychoterror-Mittelteil (positiv) überrascht.

Ungezügelte Crust-Grind-Wut auf der einen Seite, überraschende Groove- und Melodik-Sprengsel auf der anderen: „The Haunting Fear Of Inevitability“ überrascht mit Tiefgang inmitten des Zusammenbruchs und setzt kleine, pointierte Ausrufezeichen am laufenden Band. Mit ihrer dynamischen Cleverness und hörbaren Erfahrung setzen sich The Drip geschickt vom Rest des Feldes ab und pflügen mit methodischem Chaos durch eine spektakuläre halbe Stunde. Suchtfaktor: hoch.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.01.2017
Erhältlich über: Relapse Records (Rough Trade)

Facebook: www.facebook.com/thedripgrind

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Category: Magazin, Reviews

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