Ion Dissonance – Cast The First Stone

| 16. November 2016 | 0 Comments
Ion Dissonance

(c) Good Fight Music

Unverhofft kommt oft: Ion Dissonance beenden ihre mehrjährige Auszeit und melden sich nicht nur auf der Bühne zurück. Die Kanadier haben ebenso den herbeigesehnten Nachfolger für das 2010 erschienene „Cursed“ im Gepäck, und der hat es in sich. „Cast The First Stone“ wirft alles, was das Quintett ausmacht, in einen gewaltigen Topf und tanzt drauf. Math, Hardcore, Sludge, Crust, Groove und noch viel mehr kreieren eine der angenehmsten Überraschungen des Jahres.

Wo andere zögern und zaudern, gehen die Kanadier von der ersten Sekunde an in media res. Der Opener „Burdens“ zählt zu den brutalsten Mathcore-Tracks des Jahres und nimmt es sogar locker mit The Dillinger Escape Plan auf, was losgelöste, komplexe Urgewalt betrifft. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt schleichen sich melodische, atmosphärische Elemente ein, die tiefste Schwärze propagieren und den Leibhaftigen an die Wand malen. „The Truth Will Set You Free“ legt sogar noch einen Tacken Wahnsinn drauf und lässt sich zu manischen, herrlich berechnenden Deathcore-Breaks hinreißen, die an die Substanz gehen.

Diesen Kotzbrocken gegenüber steht unter anderem das neunminütige „(D.A.B.D.A) State Of Discomposure“. Auch hier drehen Ion Dissonance zunächst gekonnt am Rad, doch je länger der Song dauert, desto langsamer und brutaler wird er. Knochenzermalmendes Anti-Tempo mit Post-Djent-Versatzstücken trifft auf manischen Groove und dicke Sludge-Dreckschichten. Wenn ein „Perpetually Doomed: The Sisyphean Task“ im kompletten Chaos versinkt, werden Zao für wenige Sekunden zitiert, während „To Lift The Dead Hand Of The Past“ mit einfachsten Mitteln für komplettes Chaos sorgt.

Als wären sie nie weg gewesen, pflügen Ion Dissonance durch ihr furioses Comeback-Album mit wachsender Begeisterung. Zwar können die ellenlangen, zähen Sludge-Doom-Crust-Monstrositäten gelegentlich an die Substanz gehen, bieten zugleich aber höchst willkommene Abwechslung zur rundum herrschenden, komplexen Brechstangen-Attacke. „Cast The First Stone“ macht unheimlich Laune und rundet ein für Math-Jünger insgesamt überschaubares Jahr gelungen ab.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 18.11.2016
Erhältlich über: Good Fight Music

Facebook: www.facebook.com/IonDissonanceOfficial

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Category: Magazin, Reviews

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