Teethgrinder – Nihilism

| 18. November 2016 | 0 Comments
Teethgrinder

(c) JP Jansen

Mit ihrem vor 18 Monaten erschienenen Debütalbum „Misanthropy“ zogen die Niederländer Teethgrinder tief in einen Sumpf aus Wut, Frustration, Weltschmerz und rasenden Aggressionen hinab. Das Quartett riss und reißt sich sämtliche vorhandenen Extreme mit schiefem Lächeln unter den Nagel: Grind, Doom, Blackened Death, Sludge, Powerviolence und Crust sind nur einige jener Zutaten, die den hasserfüllten Zweitling „Nihilism“ antreiben.

Das furiose und doch herrlich kontrollierte Chaos des Vorgängers ist auch hier stets präsent. Mit schrill aufheulenden Gitarren, Samples und Doom-Sludge-Slowfood gestaltet sich der Opener „Somnambulant“ erwartet schwierig und komplex. Eine wirkliche Struktur lässt sich nicht erkennen, die schmerzverzerrten Vocals gehen dafür doppelt und dreifach unter die Haut. Wer auf direkte, kraftvolle Grind-Action wartet, wird im Anschluss fündig: „The Soil Has A Thirst For Blood“ punktet mit ungezügelter Brutalität, kurzen Noise-Austritten und einer feiner Prise Crust obendrauf.

Natürlich ist der eine oder andere lange, vollends entstellte Track am Start, der so ziemlich alles, was Teethgrinder ausmacht, in ein gewaltiges Monstrum packt. Exemplarisch für den Sound der Niederländer steht der Rausschmeißer „Bite The Hand That Feeds“. Manische Sludge-Action, schwarzmetallische Grundstimmung und plötzliche Sprints symbolisieren die musikalische Zerrissenheit. Herrlich kaputte, schimmernde Gitarren geleiten gen Finale.

Teethgrinder machen einiges richtig, fassen sich im Vergleich zu „Misanthropy“ deutlich kürzer und wirken fokussierter. Zur Mitte hin verliert das Quartett aber kurzzeitig den Faden, wenn „Carnist“ und „Pale Flowers“ planlos durch den ohnehin weitgesteckten Sound irren. Abermals zeigen Teethgrinder gute Ansätze, abermals kämpfen sie mit kleineren Durchhängern: „Nihilism“ mag alles andere als perfekt sind, unterstreicht dafür abermals das Talent der Niederländer mit vertontem Anti-Eskapismus der sympathisch brachialen Sorte.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 18.11.2016
Erhältlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Website: teethgrinder.nl
Facebook: www.facebook.com/Teethgrinder

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Category: Magazin, Reviews

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