Teethgrinder – Misanthropy

| 20. Mai 2015 | 0 Comments
Teethgrinder

(c) Lifeforce Records

Der Duden definiert „Lärm“ als „störend und unangenehm empfundende laute, durchdringende Geräusche“. Dementsprechend machen Teethgrinder Lärm – und auch nicht. Hinter diesem niederländischen Quartett, das sich 2013 als Nachfolgeprojekt von Greyline und DrDoom gründete, steckt eine infernale Mischung aus Grindcore, Crust, Sludge und Black Metal nebst gefühlten zig anderen Zutaten. Auf die bereits ausverkaufte Debüt-EP „Hellbound“, die bei Lifeforce Records die Alarmglocken schrillen ließ, folgt nun das Album „Misanthropy“.

40 Minuten, das ist für ein Album dieser Spielart verdammt viel – beinahe zu viel – und wird vor allem durch den Opener sowie den Rausschmeißer gestreckt. Beide Tracks suhlen sich in Samples und ausladenden Klangschleifen, die schon mal gehörig auf die Klötze können. „Rites Of Sorrow“ findet immerhin noch zum ungehobelten Sludge-Math-Monster, der Titeltrack geht aber letztlich nur an die Substanz und relativiert das zuvor Gehörte qualitativ, kann während seiner gesamten acht Minuten keinerlei Spannung erzeugen.

Klingt unattraktiv? Keine Sorge, der Rest des Albums ist überwiegend stark. Einzelne Songs aus dieser zumeist sehr hektischen, geschickt abgeschnittenen Masse hervorzuheben, ist nicht gerade einfach, gegebenenfalls nicht einmal zielführend. Hardcore-Versatzstücke, ein bisschen The Dillinger Escape Plan, Zeitlupen-Sumpf mit Doom-Affinität und ohrenbetäubender Lärm in Begleitung von bis über den Anschlag gedrehten Pegeln machen „Misanthropy“ zur Tortur – im Positiven wie im Negativen.

Was Teethgrinder im Endeffekt vorhaben – fuck knows. „Misanthropy“ ist ein klassischer Aural Assault, ein einziger Anschlag auf etablierte Hörgewohnheiten mit grandiosen Ausreißern nach oben und überspitzt anstrengdem Bodensatz – im Endeffekt Noisecore auf die Spitze getrieben. Das Debütalbum der Niederländer aufgrund der abgefuckten Momente abzustrafen, wäre aber falsch. Selektives Hören ist gefragt, denn wenn das Quartett ins Grooven oder Grinden kommt, bleibt kein Nacken heil.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 22.05.2015
Erhätlich über: Lifeforce Records (Soulfood Music)

Website: www.teethgrinder.nl
Facebook: www.facebook.com/Teethgrinder

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Category: Magazin, Reviews

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