Ultra-Violence – Deflect The Flow

| 22. Mai 2015 | 0 Comments
Ultra-Violence

(c) Candlelight Records

Einst als reine Power-Metal-Nation verschrien, zeigt Italien in jüngerer Vergangenheit ein durchaus härteres, abwechslungsreicheres Gesicht, das von martialischem Doom bis hin zu modernem Post-Hardcore reicht. Ultra-Violence reihen sich nun in die Riege hungriger Thrash-Youngsters ein. Ihr Debütalbum „Privilege To Overcome“ schickte die Jungspunde (Jahrgang 1994) bereits auf Südeuropa-Tour, mit „Deflect The Flow“ wird nun der restliche Kontinent anvisiert.

Benannt nach dem legendären Death Angel-Album, geht es auf diesem Zweitling weitestgehend traditionell vor sich, auch wenn sich Ultra-Violence keineswegs der Moderne verschließen; Hauptsache es knallt. „Burning Through The Scars“ eröffnet den Longplayer nicht nur rasend schnell, auch das Niveau ist beeindruckend hoch. Die Italiener nehmen die gesamte Bay Area auf einen sechs Minuten langen Husarenritt mit, lassen neben Death Angel auch einiges an Testament und Exodus durchschimmern. Loris Castiglias Vocals – aggressiv, kehlig und geerdet – liegen im Genre-Mittel, die instrumentalen Fähigkeiten der Tweens beeindrucken dafür. Tempowechsel, mehrere Soli und eine solide Mischung aus Groove und Uptempo – so geht das.

Ganz so spektakulär gestaltet sich „Deflect The Flow“ in seiner Gesamtheit zwar nicht – speziell die zweite Albumhälfte fällt ein wenig ab -, für Unterhaltung ist aber dennoch gesorgt. „In The Name Of Your God“ wirkt anfangs ein wenig schwerfällig mit seinem melodischen Mittelteil, der sich von akustischen Klängen hin zu einem angedeuteten Singalong entwickelt, deutet aber gleichzeitig die Entwicklungsfähigkeit der jungen Italiener an. Kurios hingegen das Venom-Cover „Don’t Burn The Witch“, das zum amüsanten Zwischenspiel mutiert und sich nahtlos in das Œu­v­re des Quartetts einfügt.

Wahrlich, revolutionäre Kost darf man sich von Ultra-Violence – der Hinweis liegt im Namen – keineswegs erwarten. Generisch fällt „Deflect The Flow“ aber keineswegs aus, sondern räumt mit klassischem Flair und dezent moderner Energie ab. Vielleicht eine Spur zu lange geraten, entwickeln sich die blutjungen Italiener weiter und sind auf dem besten Weg zur Spitze des europäischen Thrash-Feldes.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.05.2015
Erhätlich über: Candlelight Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/ultraviolencemetal

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Category: Magazin, Reviews

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