Gatecreeper – Sonoran Depravation

| 7. Oktober 2016 | 0 Comments
Gatecreeper

(c) Hayley Rippy

Wo Kurt Ballou (Converge) hinproduziert, wächst oft kein Gras mehr. Dieser Effekt zeigt sich aktuell auch beim Debütalbum von Gatecreeper. Vor nicht einmal drei Jahren gegründet, steht das Quintett aus dem US-Bundesstaat Arizona bereits bei den Krach-Veteranen Relapse unter Vertrag. Ihr Sound ist alles andere als neu, die Kombination aus Songwriting und Sound stimmt jedoch: Hinter „Sonoran Depravation“ verstecken sich neun wuchtige bis zähe Death-Doom-Tracks, die ein wenig an die alte schwedische Schule um Grave und Dismember erinnern.

Gleich vorneweg: Neue Erkenntnisse darf man sich von diesen knapp 31 Minuten nun wirklich nicht erwarten, ist aber auch schnurzpiepegal. Mit unheimlichem Elan und gutem Gespür für gleichermaßen ranzige wie druckvolle Songs marschieren Gatecreeper voran. Ein „Desperation“ mit punkiger Spielzeit von unter zwei Minuten, das bissige wie variantenreiche „Patriarchal Grip“ und der furios sägende Opener „Carving Flesh“ sorgen für beste Unterhaltung.

Je länger das Album dauert, desto langsamer scheinen die Songs zu werden. Groove-Passagen und ein Hauch von Doom sind von Anfang an präsent, doch das finale Triple setzt noch einen drauf. „Lost Forever“ kokettiert mit Uptempo-Drumming, sägt aber langsam drumherum. Auch das wuchtige „Flamethrower“ probt zumindest oberflächlich den Aufstand, zieht sich aber mehr und mehr gen Death-Doom-Groove zurück. Das abschließende „Grotesque Operations“ legt zwar bissig los, reduziert das Tempo aber sukzessive und lässt zum Schluss hin sogar melodische Elemente in das ranzige Doom-Konzept Einzug halten.

Bitterböse und doch irgendwie sympathisch: „Sonoran Depravation“ liefert keine Überraschungen, packt aber neun gut- bis hochklassige Songs mit Suchtfaktor aus. Zwischen Underground-Charme und Ballous druckvoller, ausdifferenzierter Produktion entwickelt sich ein kurzweiliges Gesamtpaket mit inkludierter Nackenstarre. Irgendwer muss ja den alten Schweden nachfolgen, warum nicht diese missmutigen Herren aus Arizona?

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.10.2016
Erhältlich über: Relapse Records (Rough Trade)

Facebook: www.facebook.com/gatecreeper

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Category: Magazin, Reviews

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