Alter Bridge – The Last Hero

| 6. Oktober 2016 | 0 Comments
Alter Bridge

(c) Carlos Amoedo

Auf Dunkelheit folgt Licht – dieser alten Binsenweisheit folgen auch Alter Bridge. Das vor drei Jahren erschienene „Fortress“ zeigte das Quartett von seiner düsteren Seite. Diverse Nebenschauplätze (vor allem Slash und Tremonti) später, schlagen die US-Amerikaner nun ganz andere Töne an. Hoffnung und Aufbruchsstimmung machen sich auf „The Last Hero“ breit. Dicke Riffs, hohe Energie und der eine oder andere emotionale Moment – ein Streifzug durch die mittlerweile durchaus illustre Geschichte der Rock-Heroen ist angesagt.

Dass dieses Mal nicht jede Idee aufgeht, zeigt sich bereits bei den Vorboten. „My Champion“ geht als lupenreiner Radio-Rocker durch, mutet im penetranten Chorus gar poppig an und bewegt sich ansonsten weitestgehend in bedeutungslosen Gefilden – das ist man so von Alter Bridge nicht gewohnt. Wie gut, dass das Powerhouse „Show Me A Leader“ die schiefe Optik schnell korrigiert. Von der wuchtig attackierenden Rhythmusabteilung über präzise Gitarrenarbeit bis zu Myles Kennedys kraftvoller Stimme stimmt satte fünf Minuten lang alles in der Alternative-Rock-Welt. Natürlich darf das wilde, ausladende Gitarrensolo zum Schluss nicht fehlen.

In den ruhigeren Passagen haben die US-Amerikaner zu kämpfen. „You Will Be Remembered“ kann ganz schön cheesy anmuten und erinnert an Creed’sche Untaten, erholt sich aber im kraftvollen Mittelteil halbwegs. Dass es auch anders geht, zeigt das semi-balladeske und doch intensive „Cradle To The Grave“. Gerade Mark Tremonti sprüht gerade so vor Spielfreude und lässt die Finger übers Griffbrett rasen. Wer es lieber härter mag, wird vom wuchtigen „Losing Patience“ förmlich überrollt, schnupft das metallisch angehauchte Westentaschen-Epos „The Other Side“ und schätzt das leicht schizophrene Auftreten des druckvollen Rausschmeißers „The Last Hero“.

Kleinere Abzüge in der Haltungsnote, rundherum aber gewohnt starke Kost: Wenn es ruhiger und massentauglicher wird, kommen Alter Bridge ins Straucheln und kämpfen mit den Plattitüden ihrer Vorgängerband. Kaum wird aufs Gaspedal getreten, kaum darf ein gewohnt furioser Tremonti loslegen, können nur wenige mithalten. „The Last Hero“ mag zwar mit kleineren Schönheitsfehlern zu kämpfen haben, setzt aber die unterhaltsame Serie an Alter-Bridge-Alben souverän fort und untermauert den Ausnahmestatus einer der wenigen Stadion-tauglichen Bands der Gegenwart.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.10.2016
Erhältlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: www.alterbridge.com
Facebook: www.facebook.com/alterbridge

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Category: Magazin, Reviews

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