Décembre Noir – Forsaken Earth

| 12. August 2016 | 0 Comments
Décembre Noir

(c) Verena Hellmund

Warum warten auf die nächsten regulären Werke finnischer Death-Doom-Heroen, beispielsweise Swallow The Sun oder die hierzulande eher als Insider-Tipp gehandelten Kuolemanlaakso, wenn das Gute doch so nahe liegt? Décembre Noir kommen aus dem benachbarten Deutschland und verstehen es perfekt, Melancholie, drückende Härte und süßen Schmerz miteinander zu vermengen. Nach dem unterhaltsamen Debüt „A Discouraged Believer“ erscheint nun „Forsaken Earth“, ebenfalls von Eike Freese (Dark Age) und Alexander Dietz (Heaven Shall Burn) produziert.

Hier standen hörbar zwei Meister ihres Fachs hinter den Reglern, denn alle sechs Songs wirklichen gleichermaßen knusprig, sauber ausdifferenziert und doch angenehm ranzig, sogar dezent undergroundig aufgenommen und abgemischt. Herzstück dieser Platte ist freilich „Waves Of Insomnia“ mit über 14 Minuten Spielzeit, davon natürlich einiges für Intro und Outro vorgesehen. Was sich aber dazwischen abspielt, bewegt und begeistert, denn zwischen klirrend-kalter Emotion, gelebtem Schmerz, süffigen Melodien und martialischer Death-Doom-Energie entwickelt dieses Mammut binnen kürzester Zeit ein Eigenleben. Mehr noch, man meint bei jedem Durchlauf weitere Details zu erkennen und zu entdecken.

Auch die etwas knapper gehaltenen Tracks – immer noch zwischen knapp sechs und annähernd neun Minuten Laufzeit – machen Laune. Ein „Small. Town. Depression“ punktet mit knüppelharter Death-Metal-Action für ein wenig Auflockerung, während der großartig betitelte Opener „In This Greenhouse Of Loneliness Of Death“ das beste beider Welten zu einem großartigen Monstrum vereint. Gepaart mit unruhiger Grundstimmung und konstant aufbrandender Gefühlswucht bleiben weder Augen noch Krüge trocken.

Kleinere Wiederholungen hier und da nimmt man billigend zur Kenntnis und in Kauf, denn „Forsaken Earth“ überzeugt in seiner Gesamtheit. Freilich erfinden Décembre Noir das Death-Doom-Rad nicht neu, doch das erwartet auch niemand. Zwischen krachender Härte, zähem Blei und Herz als Mördergrube ist für Fans dieses herrlich düsteren, aufwühlenden Genres alles dabei. Wer braucht da schon den Sommer?

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 12.08.2016
Erhältlich über: FDA Rekotz (Soulfood Music)

Website: www.decembre-noir.de
Facebook: www.facebook.com/DecembreNoir

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Category: Magazin, Reviews

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