Zodiac – Grain Of Soul

| 29. Juli 2016 | 0 Comments
Zodiac

(c) André Stephan / Morsey & Stephan GmbH

Alter Sachverwalter, die Hard-Rock-Verfechter Zodiac sind wieder am Start. Dieses Mal ist freilich nicht alles retro, was glänzt, denn für den weitestgehend Blues-getränkten Nachfolger zu „Sonic Child“ brechen die deutschen Nachbarn ein wenig aus dem 60s/70s-Zeitfenster aus und traben samt süffigen Riffs ein wenig gen Stoner und Grunge. Rückbesinnung zu den eigenen Wurzeln, musikalisch aber eher ein Blick nach vorne: „Grain Of Soul“ mutiert zur Hitschleuder.

So ziemlich jeder Song trägt ein prägnantes Riff in sich, natürlich auf Luftgitarren geeicht. Ein „Sinner“ zeigt in aller Kürze, wie schwere Gitarren, Alternative-Habitus und der Biss von Heavy Rock mit minimalistischen Elementen einen wackeren Wellenbrecher erzeugen können. Stark auch der Opener „Rebirth By Fire“: knüpft mit seinem bluesigen Unterbau zunächst direkt an die letzte Platte an, entwickelt aber schließlich manischen, beinahe Stoner-artigen Drive und packt schließlich einen getriebenen wie verplanten Halb-Chorus aus, der sich in Windeseile einbrennt.

Ruhigere Momente? „Get Out“ erinnert stellenweise an Alter Bridge-Balladen, trägt aber gleichzeitig ordentlich Classic-Rock-Energie in sich und mutiert spätestens im Refrain zur mächtigen Hymne. Für „Follow You“ werden wieder bluesige Saiten aufgezogen, dazu kommen ein paar Passagen, die angenehm an Audioslave erinnern. Dass ausgerechnet der abschließende Titeltrack etwas beliebig, dennoch solide ausfällt, kann man verwinden. Schließlich fackeln „Animal“, „Crow“ und wie sie alle heißen ein höchst unterhaltsames Feuerwerk ab.

Zodiac nehmen ein wenig Anlauf und präsentieren mit „Grain Of Soul“ ihr bislang abwechslungsreichstes Album. Fast durchgehend starke Songs, noch mehr Riffs und spürbare Spielfreude zeigen das Quartett aus Münster in Bestform. Das deutlich breitere Auftreten tut nicht nur ihnen gut, mit mehr Gitarrenenergie und Direktheit ist für Luftgitarren-Attacken und einprägsame Breitseiten gesorgt – nicht nur abwechslungsreich, wohl auch die bislang stärkste Platte der Deutschen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 29.07.2016
Erhältlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: www.zodiac-rock.com
Facebook: www.facebook.com/Zodiac.Rock

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Category: Magazin, Reviews

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