A Dark Orbit – Inverted

| 27. November 2015 | 0 Comments
A Dark Orbit

(c) Basick Records

Nach ihrer durchaus interessanten EP „Voyager“ 2009 schienen A Dark Orbit aus St. Louis verschwunden zu sein. Die US-Amerikaner mit einem Faible für Prog, Noise und wuchtigen Post-Metal / -Hardcore hatte mit zahlreichen kleinen und großen Problemchen zu kämpfen. Gelohnt hat sich der lange Weg zurück allemals, denn nun steht endlich das Debütalbum „Inverted“ in den Startlöchern und bietet eine Djent-Sichtweise auf progressive Extreme, ohne sich allerdings zu sehr in technischem Gefrickel zu ergehen.

Ein Blick auf die Tracklist sorgt für eine Mischung aus Verzücken und Angstschweiß: ganze 15 Songs mit einer Gesamtspielzeit von über 73 Minuten haben sich auf diesem Debüt eingefunden. Sicherlich kann man A Dark Orbit nicht vorwerfen, untätig gewesen zu sein. Natürlich ist da auch viel schmuckes Beiwerk inkludiert, aber eben nicht nur. Bereits der Opener „Weep To Water The Black Earth“ begeistert von der ersten Sekunde an mit klassischen Djent-Mustern, wütenden Noise-Attacken Marke Knut und typischen post-metallischen Schemata, die in ihrer atmosphärischen, kaputten Kompromisslosigkeit stellenweise gar den Geist von Botch heraufbeschwören.

Mit Gastbeiträgen von Corey Bennett (Bermuda) und Paul Green (Devil Sold His Soul) ausgestattet, gestaltet sich die Platte in weiterer Folge höchst abwechslungsreich. Gerade in den langen, ausladenden Songs blüht das US-Quartett so richtig auf. Die drückende Düsternis von „Horrible Mud“ erklärt beispielsweise den Vergleich mit Will Haven, gerade wenn die bleierne Prog-Atmosphäre ganz unerwartet von hektischen Zuckungen gestört wird. In „Wavering“ treffen hingegen Meshuggah-Nackenbrecher auf beinahe Deathcore-artige Emmure-Parts und die ohrenbetäubende Wucht Seekers.

Die vielleicht größte Stärke dieses Kolosses liegt aber in seiner schier unbegreiflichen Bandbreite und Wucht. Natürlich trifft nicht jeder Track ins Schwarze, aber trotz schier eklatanter Überlänge fließt „Inverted“ wie eine wuchtige, gefährliche Einheit, wogt brachial hin und her, setzt überraschende Ausrufezeichen und verpasst der Djent-Prog-Szene düstere, hochgradig faszinierende Impulse. A Dark Orbit haben hiermit hoffentlich ihre schier endlose Talsohle durchwandert und zeigen sich von grandiosem Spielwitz bei gleichzeitig knackiger, kreativer und vorausdenkender Arrangierung – ein echter Gewinn für die Szene.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 27.11.2015
Erhätlich über: Basick Records (Download-Album)

Website: www.adarkorbit.com
Facebook: www.facebook.com/adarkorbitstl

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Category: Magazin, Reviews

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