O (Circle) – When Plants Turn Into Stones

| 5. Juni 2014 | 0 Comments

o (Circle)

Kein Name, nur ein Kreis-Symbol, der Einfachkeit halber als O (Circle) umschrieben, dazu der Soundtrack für Filme, die sich niemand zu drehen im Stande sieht: das Quintett aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden stellt seine Hörer vor musikalische Herausforderungen. Irgendwo zwischen instrumentalem Post Rock, Ambient, Film-Scores und dezent avantgardistischer Gitarrenmusik bewegt sich das neue Album „When Plants Turn Into Stones“.

In einem kaum erkundeten Gebiet zwischen den feinen, dezent Indie-esken Weisheiten von Tortoise und den Soundtrack-Arbeiten von Trent Reznor / Atticus Ross werden die Songs aufgebaut. Mal luftig-leicht, geradezu frei schwebend, dann wieder schwer und bedrückend lösen die Arrangements mit vergleichsweise schlichten Mitteln, Leisetreterei und bewusst gesetzten Zäsuren Emotionen aus. „When Plants Turn Into Stones“ ist ein Album über den Kreis des Lebens, über das Kommen und Gehen von Existenzen, über das (geheime) Verlangen des Menschen, in Einklang mit der Natur und dem Universum zu leben.

Gerade der knapp zehn Minuten lange Titeltrack ragt aus diesem Werk hervor, arbeitet mit nachdenklichen, Bass-lastigen Elementen und erzeugt damit so etwas wie Indie-Drone-Atmosphäre, die ein wenig an die schrofferen Momente der aktuellen Sigur Rós-Platte erinnert. Ein kurzer aber um so intensiverer Ausbruch rundet dieses Monster ab, lässt Gitarren singen und Earth-Untertöne hervortreten. Katharsis ist der Schlüssel zu dieser Platte – ein Effekt, der in vielen Schattierungen auftritt. Im Opener „Entstanden im Schatten wie Wasser“ ist es geradezu orchestrale Lautmalerei, in „I Offer My Hands To The Shades“ überraschend ungefilterte Noise-Kakophonie.

Die sechs Songs haben kleinere Längen, das lässt sich nicht verhehlen. Gerade der beinahe zeitlupenartige, oftmals sehr leise Aufbau der einzelnen Tracks wird zum Geduldspiel, gewisse Passagen lassen sich nur mit Kopfhörern entsprechend konsumieren. Vielleicht liegt gerade in diesem zarten, schüchternen Auftreten der Trumpf von „When Plants Turn Into Stones“: Während Post Rock-Fans durch komplexe, verspielte Arrangements bedient werden, ist es gerade die Soundtrack- und Ambient-Ebene, die O (Circle) stark macht, die es zu entschlüsseln und zu entwirren gilt. Kurzum: abwechslungsreiche, hochgradig anspruchsvolle Kopfhörer-Musik für Fortgeschrittene.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 06.06.2014
Erhätlich über: Golden Antenna Records (Broken Silence)

Facebook: www.facebook.com/O.theband

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Category: Magazin, Reviews

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