Interview mit Robert Bogner von Olemus

| 16. Februar 2013 | 0 Comments

Olemus

Anlässlich des Abschieds der heimischen Heroen OLEMUS haben wir im Archiv gekramt und präsentieren euch ein Interview mit Robert Bogner aus dem Jahr 2008.

Hallo Robert, was gibt es neues bei Olemus? Das letzte Album bzw. die letzte EP liegt ja doch schon einige Jahre zurück?

Hi. Es ist seit unserer letzten EP „Living Your Hell“ im Jahr 2005 tatsächlich sehr still um Olemus geworden. Damals wollten wir mit dieser EP einen Deal ergattern, haben aber nicht den richtigen Partner gefunden. Schön langsam beginnen wir wieder Songs zu schreiben, und haben vor, in nächster Zeit wieder ein ganzes Album aufzunehmen.

Einige von euch sind ja auch bei In Slumber tätig. Wie ist diese Zusammenarbeit entstanden und wie wirkt sich dies auf Olemus aus?

Tatsächlich ist es, so dass aktuell alle Mitglieder von Olemus bei In Slumber spielen. Angefangen hat es damit, dass Wolfgang Rothbauer Musiker gebraucht hat, die ihm bei der Live-Umsetzung des Materials von „Stillborn Rebirth“ helfen sollten. Nach und nach hat sich aus dem Soloprojekt von Wolfgang eine Band entwickelt. Die Auswirkungen betreffen eher die Live-Aktivitäten. Wir spielen mit In Slumber soviel wie möglich, um das aktuelle Album „Scars: Incomplete“ zu promoten.

Außerdem beehrt ihr auch noch weitere Bands, bei denen ihr eure Finger im Spiel habt. Dadurch glaube man bereits, dass Olemus ad acta gelegt worden seien. Wie geht sich das zeitlich alles aus und wie weit gibt es euch noch?

Ja, wir sind sehr umtriebige Menschen. Unser Drummer Max ist neben Olemus und In Slumber noch bei Legacy Of Hate und Edenbridge tätig. Simon, unser Gitarrist, war lange Zeit mit Thirdmoon unterwegs und hat ein eigenes Projekt, das sich 7on’s Rastgarden nennt, wo er wunderschöne meditative Musik komponiert. Bei Wolfgang ist Olemus die sechste Band in seiner Liste (neben In Slumber, Thirdmoon, GodHateCode, Eisblut etc.) und ich singe noch in der Dark Metal-Band Scargod. Die Band ist uns aber allen zu wichtig, um einfach aufzuhören, auch wenn es den Anschein macht. Es geht definitiv weiter.

Zurück ins Jahr 2005: Ihr habt das ganze Album in den ZigZound Studios in Dänemark produziert. Warum gerade in Dänemark? Gibt bzw. gab es in Österreich keinen Produzenten oder Studio, welches euch zufrieden stellen konnte?

Vorweg mal, es gibt in Österreich sehr fähige Leute und auch gute Studios. Wir haben damals einfach nach einem Studio und einem Produzent gesucht, der etwas mit unserer Musik anfangen und uns den Sound machen konnte, den wir uns vorstellten. Dann kam der Kontakt mit Ziggy zustande, dem unsere Musik gefiel, und der uns daraufhin ein wirklich tolles Angebot für eine EP machte. Wir kannten seine Arbeit schon vom hervorragenden Illdisposed-Album „1-800 Vindication“, Hatesphere oder Mercenery, und buchten daraufhin das Studio.

Plaudere doch ein wenig aus dem Nähkästchen. Wie war der Aufenthalt in Dänemark? Gibt es Geheimnisse, die lieber nicht ans Tageslicht kommen sollten?

Es war wirklich ein super Erlebnis. Wir haben den Studioaufenthalt mit unserem jährlichen Bandurlaub verbunden. Unser Drummer hat sich als hervorragender Koch und noch abgedrehterer Zeitgenosse, als wir geglaubt haben, entpuppt, was auch auf dem Video zu sehen ist, das wir gemacht haben. Eventuell gibt es mal Ausschnitte auf einer DVD zu sehen. Außerdem haben Dänen scheinbar eine seltsame Vorliebe für deutsche Pornos… Die einzigen Fetzen Deutsch die unser Produzent sprach, waren aus solchen. (grinst) Die entspannte Atmosphäre hat zudem dazu beigetragen, dass wir vor Ort noch Keyboard und Gesangslinien ausprobiert haben, was dem Material sehr gut getan hat.

Es gab auch ein Video zu "Living Your Hell". Wie kam dieses nicht alltägliche Video zustande?

Das Video ist ein Studienprojekt an der FH Hagenberg gewesen. Es ist eine Kombination aus realen Bildern, 3D-Animation und Clay-Animation. Es war nicht als Musikvideo gedacht, sondern als Kurzfilm. Mir gefiel das Video so gut, dass ich meine damaligen Studienkollegen fragte, ob ich es nicht als Musikvideo für uns verwenden könnte. Ich finde, dass die Atmosphäre des Videos die Aussage und das Feeling des Songs sehr gut unterstützt und rüberkommt.

Aus den vorangegangen Fragen bzw. Antworten stellt sich die Frage, ob ihr auch wieder live spielen werdet, wenn das geplante Album da ist?

Geplant ist momentan nichts. Wenn uns allerdings wer engagieren will und es sich aufgrund unserer anderen Verpflichtungen ausgeht, würden wir natürlich spielen. Wenn dann ein neues Album kommt, werden wir auch wieder versuchen, dieses live vorzustellen.

Wie gestaltete sich dein Einstieg in die Metal-Szene bzw. die Entwicklung der eigenen Identität als Subkultur-Mitglied?

Rockmusik mochte ich schon immer. Schon seit dem ich zwölf bin, war ich mit Simon schon in Bands, mit dieser wir Tanzmusik spielten und weiters immer mehr Rockmusik coverten. Das ganze steigerte sich soweit, dass wir dann bei Bandwettbewerben mit unseren zarten 14 Jahren unter anderem „Seasons In The Abyss“ spielten. Dann haben wir im Religionsunterricht als Abschreckung einen Film über Satanismus gesehen. Das Thema interessierte uns zwar überhaupt nicht, aber die Bands, die vorkamen, um so mehr. Wahrscheinlich waren Deicide und Co. Schuld, dass wir dem gut bezahlten Zeltfestmusik-Leben ade sagten und 1993 Godless gründeten. Kurze Zeit später nannten wir uns dann in Olemus um.

Wie wird sich die Zukunft der Subkultur gestalten bzw. ist Metal für euch überhaupt noch eine Subkultur oder bereits vollends in die Gesellschaft integriert?

Ich mache mir ehrlich gesagt keine Gedanken um die Auswirkungen des Metals in der Gesellschaft, und wie er sich entwickelt. Ich bin auch keiner, der einer bestimmten Metal-Epoche nachweint. Von wegen „früher war alles gut, früher war noch alles echt oder true“. Ich bin in erster Linie Musikliebhaber. Es werden neue Trend-Musikrichtungen kommen, die dann, gewollt oder nicht, den Sprung in den Mainstream schaffen werden. Und ich werde das dann sicher nicht verfluchen, sondern mir die Bands raussuchen, die mich ansprechen; egal ob Metalcore oder was da sonst noch kommen mag. Da der Trend dahin geht, dass es immer wichtiger wird, wie die Aufmachung, Vermarktungsmöglichkeiten und der Look der Band sind, wird es halt ein weniger schwieriger, wirklich gute Musik für einen selbst zu entdecken. Ich mache und höre gerne Metal, gehe gerne an Orte, wo dieser zu hören ist, und ein Großteil meiner Freunde macht das auch. Wenn ich jetzt Musik hören würde, nur um unbedingt Teil dieser Subkultur zu sein, dann müsste ich mir ja mittlerweile eine Unterkategorie aussuchen, zu der ich gehöre, mich den Szeneregeln unterwerfen und dann auch meine Kleidung, Ansichten, uvm. dementsprechend wählen bzw. anpassen. Darauf sch… ich.

Deine letzten Worte?

Stay open-minded!

Vielen Dank für das Interview!

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Category: Interviews, Local Bands, Magazin

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