Monuments – Gnosis

| 22. August 2012 | 0 Comments

Monuments

Nach dem Ende von Fellsilent, bei denen unter anderem auch TesseracT-Gitarrist Acle Kahney spielte, arbeitete John Browne am Konzept für eine neue, eigene Band, die ebenso die Prog- und Djent-Grenzen dehnen, ja gar sprengen sollte. Für den Saitenhexer war es lange Zeit schwer, ein anständiges Line-Up zu finden, weswegen er unter anderem Periphery auf Tour begleitete, das Angebot, bei den US-Amerikanern einzusteigen, jedoch dankbar ablehnte. Mit einem fertigen Album in der Tasche, entdeckte Browne schließlich Sänger Matt Rose, der gemeinsam mit den Drum’n’Bass-Virtuosen The Qemists performte, und hatte somit das fehlende Puzzleteil für Monuments gefunden. Ihr Debütalbum „Gnosis“ beweist, dass sich die akribische Suche nach den für dieses Projekt perfekten Musikern absolut gelohnt hat.

Bereits die ersten Töne des Openers „Admit Defeat“ machen Laune: Ein Mini-Intro geleitet zu einer wahren Break-Orgie mit typischem Djent-Riffing und den leicht verzweifelt wirkenden Vocals von Matt Rose, der in seinen Screams eine manische Note transportiert, dem Wahnsinn nahe zu sein scheint und doch erst dran brilliert, wenn er tatsächlich singt. Man hört dem Briten an, dass er unter anderem einen Funk- und Soul-Background hat – beseelt, leidenschaftlich und kraftvoll verleiht er dem vertrackten Prog-Whatever-Gebräu eine weitere kraftvolle Dimension, die man so bei keiner anderen ähnlich gelagerten Band hört. Für Gänsehaut ist gesorgt, darüberhinaus erinnert der kleine Schrei am Ende des Refrains an einen angepissten Chester Bennington, wie man ihn seit Jahren nicht mehr gehört hat.

Mission ‚Mächtiger Auftakt‘ geglückt, aber dahinter? Es bleibt spektakulär, beispielsweise mit dem komplexen „Doxa“, das in seinen harten Passagen den unausweichlich scheinenden Meshuggah-Vergleich mit sich bringt, während der Refrain hymnisch wirkt, wie ein zu erlöschen drohendes Licht in einem Meer an Dunkelheit. Ein beinahe jazziger Hassbrocken wie „Empty Vessels Make The Most Noise“ sorgt für zusätzliche Würze, zeigt Monuments besonders dissonant und aggressiv, während das finale „Denial“ für große Emotionen sorgt. Hier gibt sich Spencer Sotelo von Periphery die Ehre für ein kleines Duett mit Matt Rose. Letzterer entpuppt sich mit Sicherheit als kraftvollerer Sänger, die beiden Stimmen des Genres (so weit darf man sich aus dem Fenster lehnen) harmonieren jedoch perfekt miteinander, liefern sich ein Stelldichein für eine potentielle gemeinsame Tour in naher Zukunft.

Im Prinzip stimmt bei „Gnosis“ so ziemlich alles: Für Abwechslung ist gesorgt, die Platte wirkt dynamisch, wie aus einem Guss und setzt zahlreiche kleine Ausrufezeichen, weil man sich eben nicht auf bloßes Herunterbeten des Djent-Katalogs beschränkt, sondern auch zeitweise gen klassischen Prog Metal tendiert, sämtliche moderne Schwermetall-Einflüsse bindet und im Speziellen von einem Ausnahmesänger profitiert. Auf instrumentaler Ebene ist das Monuments-Debüt bereits stark, doch erst Übertalent Matt Rose macht daraus einen potentiellen Klassiker, ja vielleicht sogar das beste Genre-Debüt seit dem Periphery-Einstand.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 24.08.2012
Erhätlich über: Century Media (EMI Music)

Website: www.thisismonuments.com
Facebook: www.facebook.com/thisismonuments

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Category: Magazin, Reviews

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