Slope – Same Kids. Just Louder.

(c) Junior Kinsley
Anfang 2024 verpassten Slope dem grassierenden 90s-Revival einen mächtigen Crossover-Haken. Mit „Freak Dreams“ fand die Band aus Duisburg ihre ureigene Nische zwischen roher Energie, dickem Groove, furiosen Rap-Einlagen und ordentlich Funk. Die Platte öffnete ihnen Türen, unter anderem tourte man mit Body Count, Lionheart und Madball. Mit dem Nachfolger zieht die zum Quartett geschrumpfte Band ihren DIY-Ethos durch, veröffentlicht in Eigenregie und verwandelt die gewonnenen Erfahrungen in einen mächtigen, unterhaltsamen Leckerbissen. „Same Kids. Just Louder.“ verleiht dem eigenen Sound mehr Freiraum und mehr Fokus.
Der leicht stockende, suchende Auftakt von „Faith/Doubt“ passt ins Bild, denn Slope nehmen sich auf dieser Platte bewusst Zeit, um einzelne Parts genauer auszukosten. So darf das Intro erst einmal gemächlich auf Touren kommen, bis sich nach einer knappen Minute der imaginäre Schalter umlegt und herrlich drückende, zuweilen groovende Midtempo-Wundertaten das imaginäre Heft in die Hand nehmen. Bleierne Schwere kollidiert mit der urplötzlichen Explosion in den letzten 40 Sekunden. Im Vergleich dazu fällt „Tidal Wave“ mit der Tür ins Haus, rückt erst einmal die Hardcore-Einflüsse in den Mittelpunkt, hat aber auch ein Herz für herrlich durchgeknallte, hypnotisierende Gesangseinlagen.
Apropos Gesangseinlagen: „LOVE“ könnte der Hit dieses Albums sein, was nicht zuletzt an der Unterstützung durch die US-Pop-Punk-Band State Champs liegt. Wütendes Crossover-Sperrfeuer in den Strophen, unwiderstehliche Melodie im Refrain und ein furioser, drückender Schlusspart stellen die Zeichen auf Überflieger. Auch Nasty aus Belgien mischen mit und verpassen „Out Of Sight“ eine zusätzliche Dosis Hardcore-Nackenschläge. Die luftigen Drums von „No Salvation“ klingen wuchtig und voluminös, speziell in Verbindung mit den Raps, und haben zumindest anfangs fast Bonham’sche Qualitäten. Das herrlich verplante „Lotus“, das wiederholt mit funkiger Eskalation ringt, ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern.
„Same Kids. Just Louder.“ klingt nach einer Band, die verdammt viel Spaß an ihrer Musik hat, zugleich aber unter keinen Umständen auf der Stelle treten möchte. Revolutionäre neue Erkenntisse sind von Slope dieses Mal nicht zu erwarten, dafür eine Konsolidierung auf hohem Niveau mit mehr Drive und Energie auf allen Ebenen. Ihr neuester Streich klingt ohne Frage kraftvoller und lebendiger, lässt die Songs atmen und groovt gerne mal wie Sau. Kleinere Ohrwürmer und derbe Nackenschläge runden eine richtig unterhaltsame, mitreißende Platte ab. Slope bleiben Slope, bloß eindringlicher. Gut so.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 25.09.2026
Erhältlich über: Slope Gang (Blood Blast Distribution)
Website: slope-gang.com
Facebook: www.facebook.com/slopegang


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