Din Of Celestial Birds – Takeoffs & Landings

(c) Alex Dixon // @alex.does.media
Bereits mit ihrem ersten Album erspielten sich Din Of Celestial Birds Geheimtipp-Status bei allen, die emotional aufgeladenen Post Rock mit gelegentlicher Heavyness schätzen. Das rein instrumental agierende englische Quintett veröffentlichte seinen Einstand „The Night Is For Dreamers“ 2023, spielte in weiterer Folge unter anderem auf dem dunk!fest (der Mitschnitt erschien im Vorjahr als Live-Album) und auf dem Can Festival in China. All diese Inspiration wurde mitgenommen und die Studiozeit – einmal mehr mit Pijn-Gitarrist Joe Clayton – direkt verdoppelt, um ein wenig zu experimentieren und an kleinen, feinen Details zu arbeiten. „Takeoffs & Landings“ profitiert davon hörbar.
Das Konzeptwerk über Abenteuer, Verreisen und die Wirren des eigenen Lebenswegs setzt sich unter anderem mit den Hochs und Tiefs der letzten Jahre auseinander. Zu letzterer Kategorie zählt der emotionale Höhepunkt „I Hope That Road Leads You Somehwere Beautiful, Somewhere You Belong“, den Gitarrist Andie Gill für seine verstorbene Lebensgefährtin Roisin schrieb, inspiriert vom gemeinsamen Traum, einmal über die Route 66 zu fahren. Rührendes Understatement führt zu beklemmender Katharsis, die singende Gitarre sucht nach einer Umarmung für die Seele. Während hier noch der Kloß im Hals sitzt, zeigt sich die Band aber auch anderenorts von seiner mitreißenden Seite, beispielsweise im eröffenden Titelsong – etwas mehr als drei Minuten Fanfare mit etwas Heavyness zum Drüberstreuen.
Überhaupt hat so ziemlich jeder Exkurs hier seine Qualität. Das erstaunlich peitschende „When Suddenly…“ illustriert deutlich, weswegen Din Of Celestial Birds zu den jungen Meistern episch-instrumentaler Heavyness zählen. Peitschende Drums, singende Gitarren und ein pulsierender Basslauf erfassen vollends, bevor ein ellenlanger, synthetischer Mittelteil eine dringend notwendige Verschnaufpause gewährt. Im Vergleich dazu fällt „Second Star To The Right, And Straight On ‚Til Morning“ fasst schon konventionell aus, bemüht einen klassischen Post-Rock-Aufbau. Wo andere längst abgebrochen hätten, intensivieren die Engländer das Geschehen immer weiter, überraschend mit nahezu post-metallischer Heavyness und ziehen ein massives Bollwerk auf, das ebenso plötzlich abreißt; bis das Feedback in den Ohren singt.
Ein wenig Reizüberflutung ist das hier schon, speziell wenn der Sound leicht übersteuert und mit purem Volumen nahezu erdrückt. Auch das hat gewissermaßen Methode und unterstreicht die spezielle Wirkung von Din Of Celestial Birds, die – wie nur wenige andere – mit Atmosphäre und Intensität umgehen können. „Takeoffs & Landings“ intensiviert dieses Spiel mit Härte und Details, bewegt sich ein wenig vom am Live-Sound orientierten Einstand weg und zeigt eindrucksvoll, was die Band im Laufe der Jahre gelernt hat. Packendes Songwriting, gekonntes Spiel mit Dynamik und konstante Bewegung machen den Zweitling zu einem weiteren kleinen Leckerbissen, der gerade für Post-Rock-Fans ein Muss sein sollte.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 07.08.2026
Erhältlich über: Big Scary Monsters
Facebook: www.facebook.com/DinofCelestialBirds


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