Sun Of The Dying – A Throne Of Ashes

(c) Sara Juanes (edited by Manuel V. Cantero / SIGNONEGRO)
Schwere Musik erfordert Geduld, um sich vollends entfalten zu können. Dieses Prinzip scheinen Sun Of The Dying auch auf ihren Songwritingprozess umzulegen. Das Death-Doom-Sextett meldet sich stolze sechs Jahre nach „The Earth Is Silent“ – damals ein prophetischer Titel – zurück und findet sich in einer komplett neuen, anders gelagerten Welt wieder. Und doch zeigen sich die Spanier im besten Sinne unbeeindruckt, setzen auf „A Throne Of Ashes“ einmal mehr auf den nunmehr vertrauten Mix aus Härte, Melancholie und Melodie.
Und der klingt so stark wie eh und je: Der Neunminüter „Martyrs“ stellt sich als hohe Anfangshürde in den Weg, als längster Song des Albums. Ein ausgedehntes Intro ist inkludiert, danach überrascht leichter Blackened-Einschlag, während die sanftmütige Orchestrierung hinsichtlich Dramaturgie beherzt zulangt. Melancholicher Klargesang und wütende Growls wechseln sich ab, das Arrangement schwillt immer weiter an und bemüht wiederholt eine Form von Katharsis, die man in dieser Form vornehmlich von Swallow The Sun erwarten würde. Wiederholt erzeugen klassische Einflüsse den Anschein von Euphorie, jedoch wiederholt schnell und gezielt erstickt.
Im Vergleich dazu klingt „House Of Asterion“ zumindest anfangs direkt, fällt regelrecht mit der Tür ins Haus und macht sofort willkommenen Lärm. Drückende Urgewalt schnürt die Kehle zu, bevor nach und nach zwei Welten zusammenfinden. Hymnischer, klagender Gesang trifft auf die wütenden Vocals, das giftige und doch bewegende Duett gelingt. Hingegen klingt „Black Birds Beneath Your Sky“ unfassbar böse, zumindest über weite Teile. Reduzierte Instrumentierung und fiese, heisere Growls bauen in Rekordzeit eine unbequeme Stimmung auf, dahinter lauern nervöse Gitarrenarbeit und erneute eingängige Momente, die mit außerordentlicher Härte vorgetragen werden.
Ihr emotionales Wechselspiel beherrschen Sun Of The Dying besser denn je. Der zusätzliche Fokus auf allerlei Extreme bekommt dem Sound der Spanier richtig gut. So fallen die hymnischen, melodischen Momente größer und bewegender denn je aus, während rundherum der Härtegrad nach oben geschraubt wird, sogar mit Blackened Death anbandelt und Doom-Grabesstimmung bemüht. „A Throne Of Ashes“ zeigt Sun Of The Dying von ihrer hässlichsten, schönsten und somit bezauberndsten Seite – ein kleines Mammutwerk von einem Album, das alles erschüttert, in den Arm nimmt und zugleich den Untergang herbeisingt – einmal mehr richtig mächtig.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 21.11.2025
Erhältlich über: AOP Records (Edel)
Facebook: www.facebook.com/SunofTheDying


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