Crystal Lake – The Weight Of Sound

| 23. Januar 2026 | 0 Comments
Crystal Lake

(c) Jesse Kojima

Hinter Crystal Lake liegt eine turbulente Zeit des Wiederaufbaus. Gesundheitliche Probleme veranlassten Frontmann Ryo Kinoshita (Knosis) im September 2022 dazu, die Band zu verlassen. Mit dem ehemals bei The Last Ten Seconds Of Life tätigen John Robert Centorrino fanden die Japaner mehr als kompetenten Ersatz. In der weiteren Folge tourte man fleißig, unterschrieb bei Century Media und veröffentlichte die eine oder andere Single. Auf seinem sechten Album „The Weight Of Sound“ zeigt sich das Metalcore-Quintett einmal mehr von seiner besten Seite.

Dass Centorrino Deathcore-Vergangenheit hat, hört man ihm durchaus an – wie in „Sinner“, einer über weite Strecken derben Abrissbirne mit ordentlich Wut und Dreck, die selbst im eingängigen Refrain nicht ohne rabiate Vocals auskommt, oder dem ähnlich intensiven „Don’t Breathe“, das die vielleicht härtesten Passagen der gesamten Platte mit hymnischer Eingängigkeit und dezenter Elektronik paart. Vor diesen beiden Nummern steht „Dystopia“ mit dem vielleicht prominentesten Vertreter der überaus langen und illustren Gästeliste. Jesse Leach von Killswitch Engage gibt dem urgewaltigen, durchaus vertrackten Song seine Charakterstimme mit, von dynamischen Screams bis hin zum überlebensgroßen Chorus ein Festmahl.

Ebenfalls stark ist der Gastbeitrag des ehemaligen Misery Signals-Frontmanns Karl Schubach in „The Undertow“, der wohlige Erinnerungen an längst vergangene Tage weckt und einen Sprung Richtung Melodic Hardcore mit etwas Post-Präfix wagt. Auch das steht Crystal Lake bestens zu Gesicht, zumal Centorrino ebenfalls aufzublühen vermagt. Die wüste Action des Openers „Everblack“ zieht hingegen sofort in media res. Gemeinsam mit David Simonich von den Label-Mates Signs Of The Swarm stürzt man sich ins Getümmel. Der hymnische Chorus samt Schlachtruf und anschließenden Deathcore-Brees zerlegt alles zur Grundreinigung.

Crystal Lake treiben ihre Metamorphose auf Raten voran, verabschieden sich keinesfalls von ihrem bisherigen Sound und fügen diesem trotzdem frische Ideen hinzu. Das liegt natürlich an ihrem neuen Frontmann, der eine andere Art von Wut und Intensität einbringt, Kinoshita keinesfalls kopiert. Zugleich sorgen die Gäste für eine kurzweilige Fülle an frischen Klangfarben, die dem ohnehin recht offen gehaltenen Metalcore der Japaner entgegenkommen. „The Weight Of Sound“ pendelt irgendwo zwischen vertrauter Kost und neuer Ära, erarbeitet sich seinen ureigenen Weg und macht damit richtig viel … nun ja, richtig. Einmal mehr zeigen sich Crystal Lake als ungekrönte Könige ihres Core-Reichs.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.01.2026
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Website: crystallake-worldwide.com
Facebook: www.facebook.com/crystallake777

Slider-Pic (c) Jesse Kojima

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Category: Magazin, Reviews

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