Alter Bridge – Alter Bridge

| 10. Januar 2026 | 0 Comments
Alter Bridge

(c) Chuck Brueckmann

Kann Vorhersehbarkeit denn Sünde sein? Seit über 20 Jahren ziehen Alter Bridge ihren Stiefel zwischen Rock und Metal durch, gaben einst den (damals ehemaligen) Creed-Musikern eine kreative Spielwiese, um sich endlich zu beweisen, ließen Mark Tremonti zum gefragten Songwriter und Solo-Künstler aufsteigen, während Myles Kennedy mittlerweile überall und nirgendwo zu hören ist. Ganz nebenbei werden Auszeichnungen eingefahren und große Bühnen eingerissen. Auch das achte, schlicht „Alter Bridge“ betitelte Studioalbum knüpft genau da an – ohne revolutionäre Neuerungen, dafür mit vertrauten, nach wie vor mächtigen Qualitäten.

Damit sei aber keinesfalls gesagt, dass Alter Bridge gänzlich auf der sprichwörtlichen Stelle treten. Ein Song wie „Slave To Master“ lässt natürlich aufhorchen, alleine schon ob der opulenten Spielzeit von neun Minuten. Die wird tatsächlich sauber gefüllt, errichtet epische Spannungsbögen und groovt wie Sau. Kennedy singt sich die Lunge aus dem Leib, Brian Marshall und Scott Phillips geben den treibenden Motor, während Tremonti aus einem düsteren Mittelteil mit einem mächtigen, ellenlangen Solo klettert. Ähnlich aufregend, wenngleich komplett anders, gestaltet sich „Tested And Able“. Erstaunlich derbe Härte und konstantes Spiel mit Licht und Schatten machen Laune, bevor im hymnischen Chorus die Sonne aufgeht.

Wenig überraschend hat diese achte Platte massig mächtige Songs zu bieten. Im eröffnenden „Silent Divide“ langt das US-Quartett herzhaft zu, sucht nach Antworten auf blinde Wut und versucht den Hauptteil mit jedem Durchlauf noch weiter wachsen zu lassen. Das giftige „Playing Aces“ erhöht die Schlagzahl zwischenzeitlich deutlich und wildert gekonnt in metallischen Gefilden. „Hang By A Thread“ ist die klassische Alter Bridge-Ballade, vielleicht einen Tacken zu seicht und lieblich, bevor die zweite Hälfte halbwegs abhebt. Dann doch lieber die Muskelspiele von „Rue The Day“, natürlich ebenfalls vertraut heavy und finster, bevor Kennedy die nächste lässige Gesangsmelodie aus dem Ärmel schüttelt.

Natürlich erfinden Alter Bridge das sprichwörtliche Rad nicht neu, das hätte man sich von ihnen weder erwartet noch erhofft. Stattdessen setzt es ein stattliches, etwas überlanges Powerhouse von einem Album, das nach einer knackigen Stunde keine Fragen offen lässt. „Alter Bridge“ bringt alle lauten und leisen, knüppelharten und unverschämt eingängigen Qualitäten mit, feine epische Ausritte inklusive. Wie schon beim Vorgänger fehlt der absolute Übersong, dafür stimmt das Gesamtbild – kaum ein Durchhänger, mächtige Refrains, drückende Riffs und präzise Soli. Das ist Dienst am Fan im besten Sinne, richtig schön massiv und mitreißend. Mehr braucht es nicht zum großen Glück.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 09.01.2026
Erhältlich über: Napalm Records (SPV)

Website: alterbridge.com
Facebook: www.facebook.com/alterbridge

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Category: Magazin, Reviews

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