Margarita Witch Cult – Strung Out In Hell

| 14. Juli 2025 | 0 Comments
Margarita Witch Cult

(c) Margarita Witch Cult

Als Heimat von Black Sabbath und somit Quasi-Geburtsstätte des Heavy Metal kommt Bands aus der britischen Stadt Birmingham selbstverständlich besondere Aufmerksamkeit zu. Entsprechend interessiert wird das zweite Album von Margarita Witch Cult aufgenommen, die nach nur einer Demo aufs Desertfest eingeladen wurden und bei Heavy Psych Sounds unterkamen. Ihr vor zwei Jahren veröffentlichter Einstand war eine bekömmliche, schräge Wundertüte mit Proto Metal, Thrash-Riffing, Stoner, Sludge, Doom und etwas Blues, die ihnen gemeinsame Gigs mit Bands wie Monster Magnet, Cancer Bats und Nebula einbrachte. Der Nachfolger „Strung Out In Hell“ knüpft souverän daran an.

Songs wie „Conqueror Worm“ lassen keinen Zweifel an den Qualitäten des britischen Trios. Süffig-doomiges Riffing mit Zeitlupen-Thrash-Untertönen bahnt sich seinen finsteren, abgedrehten Weg, verschwitzt und doch glücklich. Grundsympathische, ebenso leicht durchgeknallte Vocals setzen dem Geschehen die Krone auf. Bleierne Schwere und giftige Spitzen sowie psychedelische Einschübe finden in Rekordzeit zusammen und legen einen geifernden, abgefuckten Schlussakt vor. „Dig Your Way Out“ darf gut und gerne als Aufforderung verstanden werden, dreht sämtliche Regler auf Sludge und knapp zweieinhalb Minuten lang am Rad. Pure, ungefilterte Aggression verbirgt sich hinter unendlich Distortion.

Ein ganz anderes Biest ist hingegen das überlange Finale „Who Put Bella In The Wych Elm“, das schrägen Humor mit abgefuckten Ideen vermengt. Verzerrt Screams, mächtiges Proto-Metal-Riffing, Doom-Gemächlichkeit und endlose, schmerzende Schleifen finden gekonnt zusammen. „Scream Bloody Murder“ könnte der perfekte Untertitel für diese Erfahrung sein, ist jedoch sein eigenes, dezent angethrashtes Biest, das herrliche Gefahr in süffige Stoner-Sludge-Gefilde einbringt und zugleich eines der besten Riffs des gesamten Albums hervorkramt. Auch ein kurioses Cover von „White Wedding“ hat es auf die Platte geschafft, fuzzy und verklärt, in seinen ellenlangen instrumentalen Zusätzen unheimlich sympathisch.

Erst einmal überfordernd und übertrieben, dann sympathisch und bekömmlich – das Wechselbad rifflastiger Gefühle steht Margarita Witch Cult auf ihrem zweiten Album gut zu Gesicht. Hier passiert durchgehend verdammt viel, geschickt am Rand kompletter und kapitaler Überforderung wandelnd, doch immer wieder zurück zum mächtigen, packenden Riff findend. „Strung Out In Hell“ schlürft Cocktails in der Unterwelt, schüttelt zwischendurch entstellten Stoner Sludge aus dem Ärmel und streckt diesen mit betont schrägen, finsteren Ideen – mal verdammt heavy, dann wieder richtig schön psychedelisch. Der Zweitling des UK-Trios braucht etwas mehr Vorlaufzeit, geht dann jedoch nicht mehr aus dem Ohr – eine aufregende, ungewöhnliche, mitreißende Platte.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 18.07.2025
Erhältlich über: Heavy Psych Sounds Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/margaritawitchcult

Teile diesen Artikel

Tags: , , , , , ,

Category: Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES