The Nightmare Stage – When The Curtain Closes

| 23. April 2019 | 0 Comments
The Nightmare Stage

(c) Pure Steel Records

Majestätisch, theatralisch, mitreißend: Noch sind The Nightmare Stage ein relativ unbeschriebenes Blatt, doch das dürfte sich bald ändern. Das Quintett um den ehemaligen Inner Strength-Frontmann Scott Oliva vermischt dramatischen Power Metal mit bissigen Prog-Klängen und erinnert damit stellenweise an Fates Warning und Queensryche. Stolze neun Jahre nach ihrem Debütalbum liegt nun der Nachfolger „When The Curtain Closes“ vor.

Großes Drama, große Songs und viel Musikalität: Ein Track wie „Returns Again“ macht alles richtig und fasst The Nightmare Stage prima zusammen. Oliva rast über die Tonleiter und trifft die hohen Noten mit wachsender Begeisterung, von viel Pomp und orchestralen Untertönen begleitet. Scharfkantige Uptempo-Passagen verleihen dem Song den nötigen Dreck, um über sämtliche Zweifel erhaben zu sein. „This Is The End“ lauert auf dem anderen Ende der US-Prog-Skala und schlägt balladeske, nachdenkliche Töne an. Das lange Fade-Out mutet unspektakulär an, rundherum hagelt es dafür große Gefühle.

Diese Bandbreite macht „When The Curtain Closes“ zum Volltreffer. In „Hellbound“ schleichen sich beispielsweise bleierne Riffs, beinahe klassische Piano-Spielereien und sogar ein Hauch von Doom ein, in „A Demented Impresario“ taucht das Keyboard tief in die 80er Jahre ein – von feiner Gitarrenarbeit begleitet – während „Finding Home“ die Muskeln spielen lässt. Das Zusammenspiel von angedeutetem Bombast und Prog-Druck kommt gut. Wie gut The Nightmare Stage tatsächlich sind, beweist das abschließende „Curtain Closes“. Täuschen die US-Amerikaner zunächst noch eine kitschige Ballade an, entwickelt sich daraus zum Ende hin ein echtes Powerhouse mit großer instrumentaler Kunst, wuchtigen Riffs und großer Filigranität. Da werden selbst Erinnerungen an frühe Dream Theater wach.

„When The Curtain Closes“ ist somit so etwas wie ein Neustart für die US-Metaller. Nach langer Auszeit wirkt das Quintett hungrig. Natürlich werden Erinnerungen an etablierte Prog-Größen wach, natürlich spielen The Nightmare Stage gelegentlich mit angekitschten Klischees, und doch ist die Platte über sämtliche Zweifel erhaben. Selbst die ruppige Produktion bekommt diesen 56 Minuten gut. Rohe Energie trifft clevere Melodien und hörbaren Spaß an anspruchsvoller Musik – jetzt darf bloß das dritte Album nicht ganz so lange dauern.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 26.04.2019
Erhältlich über: Pure Steel Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/TheNightmareStage

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Category: Magazin, Reviews

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