Chemical City Rebels – A New Plague

| 17. April 2019 | 0 Comments
Chemical City Rebels

(c) Chemical City Rebels

Gäbe es Chemical City Rebels nicht bereits, man müsste eine Band wie sie erfinden. Das Quartett aus Louisana nennt seinen Sound ‚Stoner Pop-Punk‘, und das ist gar nicht einmal so verkehrt. Die jenseitigen, bleiern eskalierenden Hooks von Torche treffen auf die mächtige Rock-Heavyness von Alice In Chains und ordentliche Eingängigkeit mit einem Hauch von Martha. Was sich auf den ersten Blick unheimlich abstrakt liest, ergibt auf dem Debütalbum „A New Plague“ überraschend viel Sinn.

Das eröffnende „Disassociate“ führt prima in den unorthodoxen Sound der Mannen aus NOLA ein. Was vergleichsweise ruhig beginnt, entfaltet schnell ordentlich Druck. Mächtige Gitarrenwände, entrückte Vocals und butterweiche Harmonien klingen wie Deftones auf Pop und brennen sich unheimlich schnell ein. Es gibt weder die große Explosion noch den überlebensgroßen Refrain, sondern stattdessen ein konstant schrubbendes Monster mit hohem Suchtfaktor. „Patternicity“ baut in weiterer Folge etwas mehr Dynamik ein. Gerade die Rhythmusabteilung zeigt sich lebhaft, kurze Solo-Abschnitte brechen die Riffmauer – anders aber ebenfalls gut.

Damit wäre eigentlich die passende Tagline für dieses Album gefunden, denn die Mischung aus vertrauten Sounds und bissigem Elan kommt unverschämt gut. In „Western Decline“ schwimmen urplötzlich fiese Screams und Growls an die Oberfläche, bärbeißige Härte wechselt sich mit hymnischen Exkursen ab. Eine Tür weiter verprügelt „What We Have Done“ eine proggige Sludge-Rock-Idee in bester Mastodon-Manier mit einem Hauch von Prog drunter, dann gibt sich „New Plague“ trippy und bedrohlich, lässt sogar einen Hauch von Ambient zu.

Wohin die Reise gehen soll, ist nicht immer gleich klar, macht diesen Einstand aber richtig aufregend. Ist das Stoner-Punk, Shoegaze-Metal oder Sludge-Pop? Komplett egal, Hauptsache Chemical City Rebels: „A New Plague“ klingt angenehm vertraut, letztlich aber doch anders als alles, was man bisher so gehört hat. Die dichten Arrangements, der lakonische Gesang, überraschende Wutausbrüche und lässige Meditation über Harmonien und Hooks beißen sich fest. Hier braut sich Großes zusammen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 19.04.2019
Erhältlich über: Eigenvertrieb (Download-Album)

Facebook: www.facebook.com/chemicalcityrebels

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Category: Magazin, Reviews

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