Our Survival Depends On Us – Melting The Ice In The Hearts Of Men

| 1. Februar 2019 | 0 Comments
Our Survival Depends On Us

(c) Saskia Gaulke

Spirituell, intensiv, unwahrscheinlich mitreißend: So wie Our Survival Depends On Us klingt wohl keine zweite Band. Das Salzburger Quintett verschränkt musikalische Welten, die sich irgendwo zwischen Doom, Death, Black Metal, Prog und einen Hauch Ambient bewegen. Den Nachfolger zu „Scouts On The Borderline Between The Physical And Spiritual World“ schrieben sie in den Bergen, dann wurde live im Rockhouse aufgenommen, bevor Overdubs und Post-Production – abermals mit V. Santura – folgen sollten. Entsprechend intensiv und doch herrlich knusprig zeigt sich „Melting The Ice In The Hearts Of Men“.

Neben Santura selbst, unter anderem durch Triptykon bekannt, ist kein Geringerer als Alan Averill von Primordial an Bord. Sie passen prima zum monolithischen, alles niederdrückenden Sound OSDOUs, der sich bevorzugt in Überlänge abspielt. Ihr „Gold And Silver“, zu dem auch ein Video gedreht wurde, lässt die Grenzen zwischen den verschiedenen Genres besonders eindrucksvoll verschwimmen. Vom bleiernen Gestampfe über ein klassisches Gitarrensolo bis zu Pagan-Einschüben und einem Hauch von Ambient-Prog ist hier alles dabei, natürlich von gewohnt verzweifelten Schreien und gepeinigtem Gesang zusammengehalten. Das kann einen nicht kalt lassen.

Worüber man sich hingegen streiten darf, ist der ellenlange Abgang „Sky Burial“. Die Idee, gen instrumentalen Post Rock und Post Metal auszuschlagen, ist gut, doch die ersten sechs Minuten hätten gut und gerne deutlich zusammengekürzt werden dürfen – passt natürlich zur spirituellen OSDOU-Erfahrung, als Comedown aber zu sehr in die Länge gezogen. Zwischen dem manischen, über weite Strecken angenehm reduziert bleibenden „Song Of The Lower Classes“ und dem monumentalen, mehrfach abhebenden Opener „Galahad“ tummelt sich dafür gewohnte musikalische Klasse.

Die klassischen Metal-Einflüsse erweisen sich als willkommene Erweiterung des Band-Sounds, der von den mitreißenden, epischen Gitarrensoli ungemein profitiert. Our Survival Depends On Us bleiben weiterhin eine Macht. Klar, der Rausschmeißer überspannt den Bogen ein wenig, rundherum regiert dafür wieder Genialität in Reinkultur. Kaum eine Band schafft es aktuell so eindrucksvoll, derart viel Verzweiflung, Weltschmerz und angedeutete Selbstaufgabe in monströse Epen zu packen, von den unwahrscheinlich packenden Vocals ganz abgesehen. Da schmilzt nicht nur das Eis der sozialen Gefühlskälte.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 02.02.2019
Erhätlich über: Ván Records (Soulfood Music)

Website: osdou.com
Facebook: www.facebook.com/oursurvivaldependsonus

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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