The Sabbathian – Latum Alterum

| 21. Januar 2019 | 0 Comments
The Sabbathian

(c) Svart Records

2014 veröffentliche das Doom-Duo The Sabbathian die bejubelte EP „Ritual Rites“, die sich überwiegend an den Wurzeln des Genres orientierte. Mit neuem Material ließen sich Anette Uvaas Guldbrandsen (Nàttsòl) und Chad Davis (u.a. Hour Of 13) allerdings ordentlich Zeit. Musikalisch rücken sie nun in deutlich schroffere, nordische Gefilde, die durchaus an Candlemass und sogar Bathory erinnern. „Latum Alterum“ geht im besten Sinne unter die Haut.

Nach einem kurzen Intro zieht „The Brightest Light“ sogleich in media res. Bereits in diesen ersten Sekunden macht sich der überholte, etwas schroffere Sound des Duos bemerkbar, auch wenn Guldbrandsens Vocals nach wie vor angenehm süßlich und beschwörend klingen. Ihre helle Stimme setzt einen faszinierenden Kontrast zum langsamen und doch druckvollen Arrangement – ein Phänomen, das sich auch über den Rest der Platte zieht. Beklemmende Gitarrenwände, ätherischer Gesang und bleierne Schwere gehen Hand in Hand für einen gewöhnungsbedürftigen, letztlich aber überaus mitreißenden Song.

So ähnlich geht es auch weiter mit dem neunminütigen „Head Of A Traitor“ als Herzstück eines faszinierenden Albums. Die Art und Weise, wie sich die Vocals gelegentlich zu überschlagen drohen, hat Methode und geht unter die Haut. Beinahe wartet man darauf, schroffe, schwarzmetallische Exkurse um die Ohren gefeuert zu bekommen, und doch bleibt der Track beinahe stoisch in seiner beklemmenden Schönheit – ein Rezept, das auch im okkult anmutenden „Liti Kjersti“ und dem stellenweise durchaus semi-balladesken Finale „Evig Hvile / Libera Me…“ prima funktioniert.

Gewöhnungsbedürftig und doch, oder vielleicht gerade deswegen, so gut: „Latum Alterum“ baut zwar verhalten auf der Vorgänger-EP auf, beschreitet aber zugleich neue, fiesere, härtere Pfade. Durch dieses schroffe Auftreten wirkt Guldbrandsens Stimme noch eine Spur weicher, ja fast schon engelsgleich. The Sabbathian nützen diesen Kontrast nahezu perfekt aus und präsentieren ein von vorne bis hinten mitreißendes Doom-Album der besonders zermürbenden und doch so lieblichen Art.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.01.2019
Erhältlich über: Svart Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/thesabbathianband

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Category: Magazin, Reviews

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