Wiegedood – De Doden Hebben Het Goed III

| 19. April 2018 | 0 Comments
Wiegedood

(c) Stefaan Temmerman

Es ist an der Zeit, eine der aufregendsten Trilogien der jüngeren Black-Metal-Geschichte zu einem Abschluss zu bringen. Hinter Wiegedood stecken Mitglieder von Oathbreaker und Amenra. Entsprechend vielschichtig und durchaus post-schwarzmetallisch gestaltet sich auch der Sound des belgischen Trios, das seit 2015 in mehreren Kapiteln Abschied vom viel zu früh verstorbenen Florent Pevée (Kabul Golf Club) nimmt. Nach einem atmosphärischen Auftakt und einer aggressiven Fortsetzung vereint „De Doden Hebben Het Goed III“ nun beide Welten.

Herzstück des neuen Wunderwerks ist der Titelsong mit seinen zwölf ellenlangen und doch unheimlich kurzweiligen Minuten, von einem Musikvideo mit bizarrer Performance Art begleitet. Am Track selbst ist allerdings rein gar nichts bizarr, denn die rohen und doch so herrlich präzisen Schleifen treffen immer und immer wieder pointiert ins Schwarze. Wütende, spitze Screams, mit einzelnen Growls vermischt, rauschen durch den Blast-Groove, begleitet von roher Energie und unwahrscheinlich präzisen Wiederholungen. In punkto schwarzmetallischer Epik geht es kaum besser.

Aber auch rundherum halten die Belgier das Niveau hoch, wenngleich sie die Genialität des Herzstücks nicht ganz erreichen. Macht aber nix, denn die Mischung aus roher Energie und ungekünstelter Power unterhält dennoch. Gerade der Opener „Prowl“ weiß zu begeistern. So druckvoll und zerstörerisch, dabei dennoch musikalisch unwahrscheinlich intelligent, klangen Wiegedood zuvor nur selten. Die kurze aber präzise gesetzte Zäsur kommt gerade rechtzeitig und bereitet mit wachsender Begeisterung auf die nächste Explosion vor.

Dank Wiegedood haben es nicht nur die Toten, sondern auch die Lebenden gut. „De Doden Hebben Het Goed III“ beschließt die Album-Trilogie der Belgier mehr als würdig, hält das Niveau und könnte sich sogar als bisheriges Band-Highlight erweisen – das zeigt sich beim Trio wahrscheinlich erst mit etwas Abstand. In punkto roher, schwarzmetallischer Energie mit Atmosphäre und Brachialgewalt sind sie so und so fast unerreicht. Wäre nur zu wünschen, dass es nach dem Triumvirat auch weitergehen wird.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.04.2018
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/wiegedood

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Category: Magazin, Reviews

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