Tracker – Rule Of Three

| 16. Juni 2017 | 0 Comments
Tracker

(c) Noise Appeal Records

Da sind sie wieder, und wie. Tracker als eine der wichtigsten und zugleich spannendsten Fuzz-ever-Bands Österreichs zu bezeichnen, würde der musikalischen Grandezza des Tiroler Trios bestenfalls rudimentär gerecht werden. Stoner, Desert, Prog, Psychedelic, Schweinerock, Noise – all das und noch viel mehr zieht sich wie ein pulsierender roter Faden durch das Werk der Innsbrucker. Sieben Jahre nach ihrem bis dato letzten Album „How I Became An Alien“ steht nun – endlich, möchte man fast sagen – „Rule Of Three“ in den Läden.

Gut 67 Minuten neue Musik – stilecht auf limitertem Doppel-Vinyl erhältlich – entfalten nach und nach volle Strahlkraft. Zu viel Musik? Nicht im Fall von „Rule Of Three“, das mit jedem Durchlauf zu wachsen scheint. Aber der Reihe nach: Wer den Opener „Electrosmog“ gut übersteht, ist für diese Platte bestens gerüstet. Gemächlich bratende Gitarren, ein Hauch von Fernweh und die verdammt dynamisch agierende Rhythmusabteilung tragen den Sechsminüter nach vorne. Kleinere Zäsuren, ein Hauch von Studio-Jam und das herrlich verspielte Finale verwundern und begeistern gleichermaßen.

Linear geht anders, und so denken die Innsbrucker bevorzugt um mehrere Ecken. Wenn es dann doch straight nach vorne geht, wie in weiten Teilen des mächtigen „Berenice 2nd“, blühen Tracker förmlich auf. Bis zur nächsten Art-Rock-Schleife ist es jedoch nicht weit, und das ist auch gut so. Ein „Veins Out“ verstört zunächst mit seiner gleichermaßen direkten und doch zurückgenommenen Präsentation, brennt sich mehr und mehr ein, erinnert zwischenzeitlich sogar ein wenig an Exquirla. In „I Work At The Fuzz Factory“ ist der Name hingegen ein Programm – abermals eingängig, abermals leicht vertrackt und herrlich widerspenstig.

Tracker ist eine jener Bands, auf die man gerne auch ein wenig länger wartet. Warum? Weil es sich eigentlich immer lohnt. War „How I Became An Alien“ bereits stark, so übertreffen sich die Innsbrucker auf „Rule Of Three“ nun selbst. Dabei kann von leichter Kost nun wirklich nicht die Rede sein. Es dauert eine ganze Weile, bis die Monolithen ihre volle Strahlkraft entfalten, bis sich weit über eine Stunde Musik auch wirklich erfassen lässt. Mit Kopfhörern bewaffnet, geht es auf eine der unterhaltsamsten musikalischen Reisen des Sommers. Schweinisch und fuzztastisch!

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 16.06.2017
Erhältlich über: Noise Appeal Records (Rough Trade)

Website: www.trackerband.at
Facebook: www.facebook.com/trackerband

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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