Hate – Tremendum

| 8. Mai 2017 | 0 Comments
Hate

(c) Daniel Rusiłowicz

Seit Jahren klopfen Hate an die Tür zur ersten Blackened-Death-Liga an, touren fleißig rund um den Globus und werfen neue Musik im Akkord ab. Bislang hat es nie so ganz gereicht, Jahrzehnte an Erfahrung hin und her. Vielleicht wird „Tremendum“ zum Wendepunkt. Das mittlerweile zehnte Studioalbum der Polen lässt jegliche elektronischen Reste endgültig hinter sich und zeigt das Quartett von seiner rauen, düsteren Seite in gewohnt hoher Geschwindigkeit.

Midtempo, so scheint es, wird im Hause Hate überbewertet, und so erhöht sich die Drehzahl gefühlt alle paar Sekunden. Wie besessen trommelt Pavulon die neu formierte Band um Domin und Apeiron voran. Frontmann und Bandgründer ATF Sinner, das einzige verbliebene Gründungsmitglied, klingt so wütend und fokussiert wie noch nie. Seine tiefen, gutturalen Growls durchziehen „Asuric Being“ wie ein tiefschwarzer Faden, der den Song nach einem langen Intro durch furiose, schwarzmetallisch befeuerte Untiefen stört und dabei immer schneller zu werden scheint – Blast-Power inklusive.

Wer jetzt darauf wartet, dass die Polen das Tempo herausnehmen, ist auf dem falschen Dampfer. Im Gegenteil, ihr Blackened-Death-Sound wird noch eine Spur brachialer und vertrackter. Kurze Verschnaufpausen, wie im Mittelteil des melodisch-anspruchsvollen „Sea Of Rubble“, sind Mangelware und bereiten einzig auf die nächste Attacke vor. Was hier bereits auffällt: Das Hate’sche Drumming ist nicht nur furchtbar schnell, sondern komplexer und anspruchsvoller denn je. So schleichen sich gelegentlich leicht proggige Momente in den dicken Extreme-Sound ein, der „Numinosum“ noch fieser, „Walk Through Fire“ noch abgedrehter klingen lässt.

Die Ansätze mögen zwar ein wenig verspielter sein, zur Prog-Band werden Hate aber noch lange nicht. Im Gegenteil, „Tremendum“ klingt noch eine Spur härter und unnachgiebiger als seine Vorgänger, beschränkt sich voll und ganz auf erdigen Hass mit mystischen Untertönen. Zwischen angenehm verstörender Melodik, einem neuen Drum-Meister und geschickt arrangierten, komplexeren Arrangements präsentieren die Polen ihre bislang beste Platte und legen sogar den prominenten Landsleuten Behemoth etwas vor.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 05.05.2017
Erhältlich über: Napalm Records (Universal Music)

Website: hate-metal.com
Facebook: www.facebook.com/HATEOFFICIAL

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Category: Magazin, Reviews

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